Akte Guantanamo Bay: 700 Top-Secret-Files dokumentieren Folter, Justizmissbrauch


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Die Akten waren von der Aufdeckerwebsite Wikileaks ausgehoben worden und dokumentieren, so die NYT, den Haftalltag in dem Terror-Gefäfngnis auf dem US-Stützpunkt in Kuba zwischen 2001 und 2009: Die Dokumente listen „Beweise“ gegen die Internierten (Busfahrkarten, falsche Pässe oder Studentenausweise) auf, Krankheiten der Häftlinge (Hepatitis, Tuberkulose, Depressionen). Selbst nach hunderten Verhören über all die Jahre und Folterpraktiken beschreibt die Militärführung „weitere Bereiche möglicher Informationsgewinnung“. Erwähnt wird ein grausamer Haftalltag voller Gewaltentladungen: Häftlinge gehen mit Faustschlägen auf Wärter los, zerreißen ihre Schuhe, brüllen durch die Zellentrakte. 172 Häftlinge sind noch dort, sie wurden als „hohes Sicherheitsrisiko“ eingestuft.

Am schockierendsten in den Akten: Wie fadenscheinig viele der Anklagen und Haftgründe gegen die Terrorverdächtige waren und wie praktisch Unschuldige in dem US-Gefägnis im praktisch rechtsfreien Raum landeten. Es gibt neue Details zu den Folterpraktiken: Der Saudi-Arabier Mohammed Qahtani, der in das 9/11-Komplott verwickelt war, wurde angekettet wie ein Hund, sexuell missbraucht und genötigt, sich selbst anzupinkeln.

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