Irene „live“: Die Sintflut bricht los…


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Der Wind drückt gegen die Fensterscheiben, der Regen prasselt heftig: Wir sind im 50. Stock des „Millenium Broadway“-Hotel – evakuiert von unserer Apartment in Downtown. Die ersten heftigen Regenbänder jagen durch die Wolkenkratzer nahe des Times Square, Wolkenfetzen huschen an den grell erleuchteten Turmantennen vorbei. Auf der Straße hetzen Touristen durch den Platzregen, vorbeirasende Polizei- und Rettungswägen spritzen die Wassermassen auf die Gehwege.

Es sind nur mehr wenige Stunden bis zum Eintreffen des Wirbelsturmes – die Achtmillionen-Metropole hält den Atem an. Nach den Verheerungen in der bisherigen Schneise der Verwüstung und sieben Toten bis Samstagabend: Wir schlimm wird Irene hier?

New York erklärte wegen dem Monstersturm den größten Ausnahmezustand seit dem 11. September: Im flutgefährdeten „Battery Park City“ fuhren abends Polizeiwägen durch die leeren Straßen und riefen mit Megafonen wenige Verbliebene auf, doch noch die Flucht zu ergreifen. Bürgermeister Michael Bloomberg empfahl für die letzten Gestrandeten in den Evakuierungszonen, sie könnten auch „Polizeiwagen um eine Fahrt bitten…“ Bloomberg drängte die Bürger sogar zu einer 24-stündigen Ausgangssperre ab 21 Uhr, Samstag.

An allen Subway-Stationen hängen Plastikbänder. Fünf Millionen Passagiere befördert New Yorks Massenverkehr pro Tag, jetzt steht die Stadt still. Einige Passagiere und Homeless blieben nach dem historischen Shutdown in den Garnituren zurück. Die letzten Taxis huschen durch die regennassen Boulevards.

New Yorks Stromfirma „ConEd“ kündigte Stromausschaltungen für 6.400 Gebäude im Finanzbezirk rund um die Wall Street an, sollte salziges Flutwasser in unterirdische Stromverteiler dringen. Um bis zu 2,4 Meter könnten Hudson und East River anschwellen, war vorhergesagt, genug für ein Flutdesaster in Lower Manhattan. Wie ausgestorben wirkte der Bezirk: Wenige Arbeiter verlegten noch Sandsäcke, dann peitschte der Regen durch die leeren Straßen. 370.000 wurden in New York evakuiert, 2,5 Millionen insgesamt an der US-Küste.

Im Battery Park stehen die Korrespondenten der Newskanäle am Pier gegenüber der Freiheitsstatue. CNN ist hier, Sky News, Jim Cantore steht im grellen Scheinwerferlicht, die Legende vom „Weather Channel“: Erklärt wird, wie „Irene“ das Wasser in den Hafen und die Flussläufe drücken könnte – und die befürchtete Katastrophe Wirklichkeit werden könnte.

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