Irene “Live”: Das Auge des Tropensturmes ist hier
Der sintflutartige Regen peitscht durch die völlig menschenleere Glitzerwelt des „Times Square“, das Auge von Tropensturm „Irene“ rast gerade mit Dauerwinden von 112 Stundenkilometern über die völlig stillgelegte Achtmillionen-Metropole New York.
Die Straßen sind menschenleer, wenige Reporter und Schaulustige verlieren sich in den Boulevards von Midtown. Auch die Taxis sind endgültig verschwunden. Polizeiwagen rasen vorbei, bahnen sich ihren Weg durch die nassen Straßen wie Boote.
Der Wind hat Mülleimer umgeblasen, der Mist weht die „Sixth Avenue“ hinunter. Dennoch: Die befürchteten Sturmschäden hielten sich Sonntag früh noch in Grenzen.
Dramatisch aber die Szenen in Downtown: Der Hudson trat über die Piers am „Battery Park“, Parkbänke versanken in der braunen Brühe. Der East River überschwemmte die Touristenattraktion „South Street Seaport“. Im „Meatpacking District“, New Yorks berühmter Ausgehmeile, wurden Wohnungen im Erdgeschoß geflutet. Der Holland Tunnel, der Manhattan mit New Jersey verbindet, wurde wegen eindringender Wassermassen in einer Röhre gesperrt.
Peter Lord (44), ein Bewohner von Jersey City, vermeldete Überschwemmungen auch auf der anderen Seite des Hudson: Evakuierte berichteten aber auch, dass ausgerechnet in einer Notunterkunft der Strom ausfiel – nicht jedoch in den Evakuierungszonen. Die Rückkehr frustrierter Evakuierter in ihre Wohnungen verhinderte dann jedoch die Polizei.

