9/11 +10: Polizeiaufmarsch um “Ground Zero” – und Obamas Erfolg gegen Al-Kaida

By Published On: 05/09/2011Categories: Latest News

Es wäre natürlich eine unvorstellbare Katastrophe: Neuer Al-Kaida-Tarror genau zu den Gedenkfeiern zum zehnten Jahrestages des 9/11-Terrorhorrors (2.977 Tote). Deshalb versinkt New York und vor allem die Bezirke rund um “Ground Zero” bereits in einem Ausnahmezustand. An allen Straßenecken standen bereits am langen Labor-Day-Wochenende kleine Trupps aus fünf bis acht Polizisten, an der Ecke West- und Albany-Street wurde bereits das mobile Polizeihauptquartier samt einem ausfahrbaren Hochstand in Betrieb genommen. Auf den Dächern rund um die Grube suchen Scharfschützen nach den besten Positionen.

Angesagt nächsten Sonntag sind zur Gedenkfeier in New York (mit Gedenkminuten zu den Zeitpunkten der beiden Jumbocrashes und der Einstürze der WTC-Türme, sowie dem Verlesen der Opfernamen) Präsident Obama, sein Vorgänger Bush, dazu hochkarätige New Yorker Politiker. Die Alarmstimmung ist berechtigt: In Osama Bin Ladens Akten in Abbottabad befanden sich gleich mehrere Pläne für mögliche Anschläge am 11. September: Zuletzt warnte das Heimatschutz-Ministerium vor Attacken mit Kleinflugzeugen vollgestopft mit Sprengstoff, oder vor Einzelgängern wie dem Amokläufer in Norwegen.

Für Obama symbolisiert die Woche die kuriose Bilanz seiner bisherigen Präsidentschaft: Bei seiner Jobrede am Donnerstag wird offensichtlich werden, wie hilflos seine Innenpolitik wirkt und wie sehr seine Versprechen vom Umkrempeln der USA im Polithickhack Washingtons versandeten. Bei seiner Teilnahme am Sonntag jedoch auf Ground Zero wird aber auch klar, wie unerwartet erfolgreich Obamas Außenpolitik geriet – besonders im “Krieg gegen den Terror”, wo ihm kaum wer viel zutraute. Navy-SEALs schalteten im Mai Osama Bin Laden aus, mit den gefundenen Unterlagen wird nun ein Al-Kaida-Führer nach dem anderen kaltgestellt, zuletzt Chefplaner Junis al-Mauretani, der jetzt in Pakistan verhaftet wurde.

Obama gelingt, was “Kriegspräsident” Bush verwehrt blieb – ein möglicher Sieg gegen Al-Kaida. Auch der Erfolg in Libyen stärkt Obamas neue Doktrin der Unterstützung von Militäroperationen, wo andere die Führungsrolle übernehmen (ich nehme dazu meine erste Häme für die Strategie blamiert zurück…). Im Vorwahlkampf 2008 hatte Hillary noch das Gespenst an die Wand gemalt, dass die Amerikaner mit den unerfahrenen Jungsenator im Oval Office nicht sicher sein würden. Das hat er klar widerlegt. Überraschender ist die magere, innenpolitische Bilanz, die ihm 2012 die Wiederwahl kosten könnte.