In eigener Sache: Wirklich gut ist “Corporate America” nur beim Abzocken

By Published On: 13/09/2011Categories: Latest News

Ich hatte nach ein paar Wochen wieder mal mehr Zeit, mich um Papierkram und Buchhaltung zu kümmern. Es graut mir meist davor, denn fast immer gibt es Ärger. Dieser Dienstag wurde diesen Erwartungen wieder voll gerecht: Auf meiner Kreditkartenaufstellung sehe ich plötzlich eine Abbuchung von $259 von der “New York Post”. Das musste wohl mein Abo sein, doch für das bezahlte ich bisher bloß $59 pro Jahr.

Murdoch´s “Newscorp”-Rep erklärt mir, dass der Preis eben gestiegen sei (um das fünffache?) und mir die günstigste, verfügbare Rate gegeben wurde. Und wieso wurde ich vorher nicht informiert? Die Abo-Erhöhung wäre in der Zeitung gestanden (You got to be kdding me!). Und meine Kreditkarte hätten sie einfach im Archiv gehabt – was für eine Gelegenheit also, gleich mal fest abzubuchen (by the way, es gibt ja viele, die ihre Rechnungen nicht so penibel kontrollieren…).

Ein gereiztes Gespräch mit dem Supervisor brachte keinen günstigeren Preis zustande – deshalb stornierte ich mein Abo. Auch mit plötzlichen Preiserhöhungen um das fünffache kann man das Zeitungssterben beschleunigen. Ich werde mir die “Post” also entweder unten im Laden kaufen (dort kostet sie etwa die Hälfte im Vergleich zum Abzockabo) oder am iPad lesen.

Beim Telefonat wird gleich ein zweites akutes Problem wieder offensichtlich: “Me .. n HHaaa—nndy ´mpfff …a—g”. AT&T war immer furchtbar, doch gerade in den letzten, hektischen 9/11-Tagen fühlte ich mich eher wie in Port-au-Prince nach dem Beben anstatt in der größten Metropole einer angeblichen Supermacht. Die freundliche Mitarbeiterin will gerade mit dem “Troubleshooten” beginnen, doch ich mag nicht mehr: Es ist mein viertes iPhone in einem Jahr, ich habe 15 Mal alles restored, 250 Mal das Gerät neu gestartet, war Dauergast beim örtlichen Laden. Ich habe die Gewissheit erlangt, dass es 100%ig am miesen Netz des Telekomriesen liegen muss.

Und nachdem es seit kurzem besonders schlimm ist in meiner Wohnung, schlage ich vor, man möge mir einen der tragbaren Handy-Minitürme namens “AT&T 3G MicroCell” zusenden, damit ich hier ordentlich telefonieren kann. Sie antwortet, dass ich den in jedem Store kaufen kann. Habe ich also richtig verstanden: AT&T verwehrt mir jenen Mobiltelefonempfang zu dem ich für $100 pro Monat sicher berechtigt bin und macht dann zusätzlich Umsatz mit dem Verkauf der Signal-Booster…

Vielleicht bin ich ja wirklich naiv, aber ich habe so meine Probleme damit. Ein Supervisor verwies mich dann auf die örtlichen Geschäfte, denen ich meinen Fall präsentieren soll. So quasi: Vielleicht kann ich dort jemanden überzeugen. Wahrscheinlich sei das aber nicht, schränkt sie gleich ein: “They always say no…” Gut, mag ja sein. Immerhin ist gegenüber das Ladens an der Wall Street ein Geschäft von Verizon – und die haben ja inzwischen auch das iPhone.