Yes, he still can: Hat Obama gar sein “Comeback” begonnen?

By Published On: 20/09/2011Categories: Latest News

Das Staunen war groß und dauerte selbst am Folgetag noch an: Zeigte sich Obama bei seiner Rede am Montag über seinen neuen Plan zur Senkung der US-Schuldenlast um drei Billionen Dollar und Forderung nach einer Reichensteuer gar kampflustig? War es etwa die Rede nach der sich seine linken Fans so lange gesehnt hatten ? Hat er endlich aufgehört nach Kompromissen mit den rechten Tea-Party-Republikanern im Kongress zu suchen, denen keine wie immer geartete Realität mehr vermittelbar ist? (By the way, HBOs Bill Maher hatte in seiner letzten Sendung einen typischen Republikaner des Jahres 2011 in einen riesigen Gummiball gesetzt, wo zugerufene Wahrheiten – wie Reagan hob Steuern 11 mal an, unter Obama gibt es die niedrigsten Steuersätze seit 50 Jahren… – abprallten, während es drinnen im “Bubble” Supermarktmusik spielte.)

Es sieht ganz so aus: Obama hat den Wahlkampf eröffnet, keine Sekunde zu früh jedenfalls. Das Regieren ist ohnehin in diesem Klima in D.C. praktisch unmöglich geworden. Der Präsident muss sich rasch um seine Wiederwahl kümmern, die zuletzt im zunehmenden Wirtschaftschaos und fallenden Beliebtheitswerten in Frage gestellt schien.

Doch so aussichtslos wie viele bereits glaubten sind Obamas 2012-Chancen auch wieder nicht: Zum einen dürfte er seitens der GOP wahrlich keinem Über-Kandidaten gegenüberstehen. Ob es der irre Evolutionsskeptiker Perry oder der sich windende Kotzbrocken Romney wird: Beide sind selbst bei hoher Arbeitslosigkeit und mieser Wirtschaftslage ausmanövrierbar. Die rechte “Tea Party” hat längst den Bogen überspannt, eine wachsende Mehrheit hat die Schnauze voll von der dumpfen Krakeelerei.

Dazu hat Obama die Chance, die wahlentscheidenden Wechselwähler noch zu überzeugen. Die GOP mag zwar gegen Obamas “Klassenkampf” wettern, ein satte Mehrheit der US-Bürger will dennoch, dass Reiche und Corporations ihren faireren Anteil an Steuerzahlungen abliefern. Am Ende muss dann Obama nur noch seine eigene Basis begeistern, wieder – wie 2008 – euphorisch zu den Wahlurnen zu strömen. Und für die war die jüngste angriffige Rede auch gedacht.