Republikaner-Vorwahlkampf gleicht einer Trottelolympiade


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Die Panik ist groß unter Republikanern, die zumindest ein wenig Verstand übrig haben: Obama wäre 2012 leicht schlagbar, keine Frage, doch von diesen GOP-Kandidaten? Jeder Frontrunner verglühte bisher in einem Inferno an unverdünntem Irrsinn. Da stand mal Michele Bachmann im Rampenlicht: Wie sie trotz ihren talibanistischen Christenfundi-Ansichten dort hinkam, soll mal links liegen gelassen werden.

Ihr Sturz begann, als sie Rick Perry wegen HPV-Impfungen an jungen Mädchen kritisierte, die Krebs vorbeugen sollen. Und noch schlimmer: Durch die Impfungen wäre die Gefahr mentaler Retardation sehr groß, sagte Bachmann. Ein Frau habe ihr das vor einer Debatte gesagt. Mediziner zeigten sich über die krasse Fehlinformation entsetzt, immerhin sterben in den USA 4.200 Frauen pro Jahr an Gebärmutterkrebs – und die HPV-Impfung gilt als beste Verbeugung.

Nach Bachmann verglüht gerade Rick Perry: Der Texas-Cowboy mischte zunächst wegen populistischer Tea-Party-Argumente, jovialen Auftritten, telegener Präsenz und donnernder Rhetorik das Feld binnen Tagen auf. Umso rasanter sein Sturz: Zuerst wurde ihm unter den in den Vorwahlen entscheidenden GOP-Fundis angekreidet, dass er mitunter menschliche Züge als Texas-Gouverneur zeigte (neben der HPV-Impfung ließ Perry auch Kindern Illegaler Stipendien zukommen). Dann verhaspelte er sich bei den jüngsten Debatten so gewaltig, dass seine Auftritte an Monty Pythons Flying Circus erinnerten und sich die Spasssendung „Saturday Night Live“ über die Munition die Hände rieb.

Panisch fragt das Partei-Establishment: Wie soll so ein Tölpel den gewandten Obama schlagen? Prompt gewann Ex-Pizzaketten-Chef Herman Cain die Florida-„Straw Poll“ am Wochenende, freilich weniger eine Anerkennung für den Pizzachef als eine Abfuhr des dilettierenden Perry.

Natürlich hat die GOP ja noch Mitt Romney, der gegen Obama sicher Chancen hätte: Doch den können die Tea-Party-Rechten nicht ausstehen. Immerhin glaubt der gute Mann in die Evolution – und ist noch dazu Mormone. Die Verzweiflung ist schon so groß, dass immer intensiver der füllige New-Jersey-Gouverneur Chris Christie bekniet wird, doch noch in den Wahlkampf einzusteigen.

Doch die Zeit wird schön langsam knapp (natürlich auch für die immer noch überlegende Sarah Palin…). Bis Iowa sind es nur mehr drei Monate. Sieht also ganz so aus, dass der Caucus dort zur Trottelolympiade wird – und Obama vorerst aufatmen kann.

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