Erste “Unruhen” in New York bei “Occupy”-Großkampftag

By Published On: 17/11/2011Categories: Latest News

Großkampftag für „Occupy Wall Street“ in New York: Die Bewegung für soziale Gerechtigkeit und gegen Bankergier zeigte nach der gewaltsamen Räumung ihres Hauptquartiers im „Zuccotti Park“ (230 Verhaftete) am Donnerstag Flagge. Tausende Demonstranten begannen mit einer versuchten Blockade der Börse an der Wall Street. In ersten Auseinandersetzungen mit Tausenden Polizisten wurden 50 Aktivisten verhaftet. Polizisten, ausgerüstet mit Helmen, Schlagstöcken und Schutzschildern, zerrten Menschen über den Asphalt. Der Kampf geriet kurz außer Kontrolle, hunderte Demonstranten im Zuccotti Park gegen eine Phalanx an Polizisten drängten.
Unter Sirenengeheul fuhren Busse mit Verhafteten zu Polizeistationen. 12 Helikopter knatterten über Lower Manhattan.
Bereits in den Morgenstunden war das Areal um die NYSE-Börse im Finanzdistrikt hermetisch abgeriegelt worden. Beamte prüften Ausweise für den ausschließlichen Zutritt von Brokern, Angestellten der Finanzfirmen und Anrainern.
„Die Staatsmacht schützt die Banker, wir Bürger müssen draußen bleiben“, echauffiert sich „Occupy“-Aktivist Mark Bray (27) vor einer der vielen Metallabsperrungen an der Ecke Wall Street und Broadway: „Diese Gitter hier haben Symbolkraft“.
Die Konfrontationen mit der New Yorker Polizei (NYPD) waren der Auftakt zu einem „Tag des Handelns“ zum Zweimonatsjubiläum der Protestbewegung – in New York, hunderten US-Städten und Protest-Camps in 100 Nationen: Geplant war für Donnerstag am Manhattaner Union Square eine Studenten-Demo, eine Blockade von 16 Subway-Knotenpunkten und Sternmärsche von Gewerkschaften zum „Foley Square“ vor den Gerichtsgebäuden. „Zehntausende frustrierte amerikanische Arbeiter werden auf die Straße gehen“, sagte Gewerkschaftsführer Vincent Alvarez. Ein Demonstrationszug sollte über die ikonische Brooklyn Bridge führen.
„Occupy Wall Street“ sucht nach der Räumung des New Yorker Zeltlagers und Camps in Oakland (Kalifornien), Portland (Oregon) und Salt Lake City (Utah) eine Neugruppierung: „Das Besetzen von Plätzen ist nun nicht mehr so wichtig“, sagt Unterstützerin Molly Smith (35): „Unsere Bewegung ist nicht mehr aufzuhalten, wir sind flexibel genug, um diese Polizeiaktionen überdauern zu können“.