Obamas Debatten-Flop: Überließ Romney-Rambo das Feld


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Den ersten TV-Showdown in Denver hat Obama glatt verloren: Es war genau jene Nacht für den angriffigen Romney, die er – fast schon in den Seilen – fürs 32-tägige Wahlkampffinale bitter benötigte. Der Republikaner kämpfte in der 90-Minuten-Debatte um sein Comeback, war gut vorbereitet, argumentierte schlagfertig, dominierte. Passive, ja fast oft wie ein Statist, stand  hingegen Obama hinter dem Rednerpult, selbst Fans schienen entsetzt: Der Präsident argumentierte stockend und langatmig, verzichtete auf scharfe Attacken, ließ bei Romneys rhetorischem Feuerwerk den Kopf säuerlich grinsend hängen. „Wo war Obama?“, rief MSNBC-Kommentator Chris Matthews fast verzweifelt.

Die miese Performance wurde bereits mit jener verglichen, die 2004 George W. Bush gegen Senator John Kerry fast die Wahl kostete – oder mit Jimmy Carters Debakel 1980, das Ronald Reagan den Weg ins Oval Office ebnete. Dabei hatte Obama die Chance auf eine Vorentscheidung gegen einen Kandidaten, der sich durch Pannen und Fettnäpfe fast bereits selbst KO geschlagen hatte. Laut CNN-Umfrage hielten 67 % Romney für den Sieger, nur 25 % Obama. Ein veritables Waterloo, besonders nachdem Obama als Favorit in die Debatte ging.

Wenig hilfreich schien, dass sich PBS-Moderator Jim Lehrer als völlig überfordert erwies und sich besonders von Romney überrollen ließ.

Romney schaffte möglicherweise den „Game Changer“, den er suchte. Abzuwarten bleibt jedoch, wie viele von Romneys Fakten und Zahlen wirklich stimmten – und ob er sich nicht mit einigen der kühnen Kehrtwenden doch noch am Ende selbst schadete. Er verabschiedete sich beim Rededuell vom Großteil seines früheren Wahlprogramms. Wahrscheinlich ist aber: Romney dürfte in den Umfragen aufholen, das Rennen wieder zum Thriller werden. Obama hat aber, wie Bush 2004 auch, bei zwei weiteren Debatten die Chance, mehr Feuer und Pfiff zu zeigen. Und Bush hatte am Ende ja auch knapp die Nase vorne…

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