Panik bei den „Dems“: Romney hat wieder Siegeschancen…


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Es ist gar nicht lange her, als eine Serie von Nachrufen auf Romneys Wahlkampf durch die US-Medien geisterte. Nach dem Pannenparteitag von Tampa und dem Skandal-Tape, wo er bei einem Fundraiser vor Millionären 47 Prozent der Amerikaner als Faulenzer heruntermachte, schien für den Republikaner der Weg ins White House ein ferner Traum. Hoffnungslos abgeschlagen in den Umfragen hinter Obama war er, seine Wahlkampfmanager schon damit beschäftigt, ihren Ruf mit schamlosen Leaks (Romney sei einfach ein „mieser Kandidat“, flüsterte gar jemand) zu retten. Parteigranden blamierten ihn mit herber Kritik und „guten Ratschlägen“. Der Spendenfluss trocknete aus.

Das war Mittwoch letzter Woche. Stunden später überrollte Romney im ersten TV-Duell einen mysteriös lethargischen Obama. Seither schrillen bei den Demokraten die Alarmglocken. So schnell geht das – in einem ideologisch zweigeteilten Land mit rasenden, oberflächlichen 24-Stunden-Newszyklen und einem wachsenden Heer an „Low-Information“-Wählern, politischen Dumpfbacken, die jetzt erst langsam den Wahlkampf zur Kenntnis nehmen…

Durch Romneys Debatten-„Bounce“ ist das bereits „gelaufene Rennen“, wie sich Liberale vorschnell freuten, plötzlich wieder ein Thriller. Romney sprang in der täglichen „Gallup“-Tracking-Umfrage innerhalb weniger Tage um 5 %. Jetzt liegen beide mit je 47 % gleichauf. „Rasmussen“ hat Romney mit 2 % sogar vorne. Ähnlich der Trend in den Schaukelstaaten, wo die Wahlen entschieden werden: Florida, Virginia und Colorado sind wieder völlig offen, in Ohio hält Obama dank einer überlegenen, lokalen Wahlkampfpräsenz an einem knappen Vorsprung noch fest. Ebenso wichtig: Team Romney erhielt einen Energieschub, selbst der hölzerne Romney wirkt bei Auftritten lockerer, selbstbewusster. Die Grabenkämpfe innerhalb seines Stabs sind zu Ende, 12 Millionen Dollar sammelte er in wenigen Tagen.

Dazu muss man dem Demokraten lassen: In Sachen Schadensmaximierung scheinen sie unschlagbar! Al Gore – ausgerechnet! – nannte die Höhenluft in Denver als Grund für Obamas 90-Minuten-Nickerchen hinter dem Pult. Und nun diskutieren Kommentatoren gar, ob der erste Afroamerikaner im Oval Office eigentlich Lust an seinem Job habe und vielleicht gar absichtlich nicht sein Bestes gäbe…

Freilich: Der Flop könnte für Team Obama auch ein nötiger Weckruf gewesen sein. Der Präsident hat dazu noch zwei Debatten, um sich Romney energischer entgegenzustellen. Dazu bunkert er mehr Geld in der Kriegskasse für eine letzte TV-Werbeoffensive: $181 Mio. sammelte sein Team allein im September. Der Fall der Arbeitslosigkeit auf 7,8 % hilft Obama zusätzlich. Es wird ein knappes Rennen, soviel steht jetzt fest: Und sollte Obama nicht rasch Tritt fassen, kann die Welt beginnen, sich an zwei Worte zu gewöhnen: „Präsident Romney“.

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