Showdown in Boca: Entscheidet Obamas und Romneys letztes Duell Wahlschlacht?


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Barack Obama (D) und Mitt Romney (R) prallen inmitten eines Umfragen-Thrillers an der „Lynn University“ im Pensionisten-Eldorado Boca Raton (Florida) zur letzten 90-Minuten-Debatte aneinander. Das Thema: Außenpolitik. Erwartet wurde wieder ein heftiger Schlagabtausch zu den wichtigsten Brennpunkten vom Botschaftermord in Bangasi, Irans Atomprogramm, Amerikas Führungsrolle in Nahost bis zum Aufstieg Chinas als geostrategischer Rivale. CBS-Veteran Bob Schieffer leitet den „verbalen Weltkrieg“ (Daily News). Der Live-Ticker:

# Romney versucht neuerlich, sein Fallenlassen von Detroit zu kaschieren. Obama korrigiert ihn neuerlich: „Sie können die Geschichte nicht airbrushen…“ Schlussargumente haben begonnen, das Thema Außenpolitik ist beerdigt: Obama wirft Romney vor, 7 Billionen Dollar an Militärausgaben und Steuersenkungen dem Defizit hinzuzufügen. Romney beklagt den Zustand Amerikas in den letzten vier Obama-Jahren.

# Romney landet den ersten wirklichen Treffer des Abends: Während Obama bei der Frage nach der größten Bedrohung für die USA laviert, antwortet Romney bestimmt: „Die größte Bedrohung ist ein nuklearer Iran!“ Romney, nun in Fahrt, verspricht jetzt den Chinesen den Start eines Handelskrieges am ersten Tag im Oval Office…

# Obama verteidigt harte Linie gegen China: Seine Administration habe mehr Beschwerden gegen Pekings Handelspraktiken eingebracht als Bush alle acht Jahre zusammen. Und jeden dieser Handelskonflikte hätte er gewonnen.

# Moderator Bob Schieffer tappt in die „Obama Bin Laden“-Falle…

# Obama spielt jetzt voll die Osama-Bin-Laden-Karte: Erzählt von einem Gespräch mit einer Angehörigen eines 9/11-Opfers, der noch aus einem der brennenden Twin-Towers anrief. Er erläuterte, dass die Tötung Bin Ladens politisch nicht zwingend war doch er sie befahl, um den Ofen der Terrorattacke bei der Trauerarbeit zu helfen. Obama bringt hier gekonnt persönliche Schicksale ins Spiel.

# Obama lästert über Romney nachdem ihm der keinen guten Bande zu Israel vorwarf: „Als ich als Kandidat Israel besuchte, habe ich keine Leute für Fundraiser mitgenommen“. Zuvor verwies er auf Romneys Investments in eine chinesische Firma, die Öl aus dem Iran bezieht.

# Romney geht nun voll auf den Iran los: Will als Präsident Ahmadinedschad vor dem internationalen Gerichtshof wegen Völkermordes anklagen lassen, Teherans Diplomaten als „Paria“ isolieren. Obama bietet sein eigens Säbelrasseln: Die Uhr ticke für den Iran, das Regime könne die Welt nicht mit endlosen Verhandlungen zum Narren halten.

# Romney führt ins Treffen, dass die Navy heute weniger Schiffe hat als im ersten Weltkrieg. Obama kontert schlagfertig: Wir haben heute auch weniger Pferde und Bajonette…

# Romney lädt Moderator Bob Schieffer ein, seine Website zu besuchen… Versucht nun zu erklären, woher er die zwei Billionen für den Ausbau der US-Streitkräfte hernehmen will…

# Außenpolitik ade: Rivalen bekriegen sich nun voll über die Wirtschaftspolitik in den USA. Dabei war die Frage: Welche Rolle soll die USA künftig in der Welt spielen… Romney sieht Amerika wegen dem Schuldenberg bereits auf Griechenland-Kurs.

# Romney propagiert den weiteren Ausbau der ohnehin aufgeblähten US-Streitkräfte – auf Verdacht: „Wir wissen ja nicht, was die Welt uns entgegenwirft…“ Laut früheren Studien will er zwei Billionen Dollar mehr ausgeben.

# Thema Ägypten: Romney muss wieder mit Obama übereinstimmen, hätte sich ebenfalls gegen Mubarak gestellt. Republikaner tut sich bisher schwer, echte Kontraste in seiner Außenpolitik herauszuarbeiten….

# Romney beklagt mangelnde Leadership im Syrien-Bürgerkrieg, doch bietet keine neuen Ideen, wie jetzt Obama genüsslich ausführt.

# Mitt Romney versuchte gleich zum Start der Debatte Obama mit der Gratulation zur Tötung von Osama Bin Laden den Wind aus dem Segeln zu nehmen bei Obamas größter Trumpfkarte… Abzuwarten, wie der Präsident Bin laden wieder ins Spiel bringen wird.

# Mitt Romney, der mit Säbelrasseln gegen den Iran und anderen Nationen bisher auffiel, liefert nächsten „Etch a Sketch“-Moment: „Wir können uns aus der brenzligen Lage in Nahost nicht heraustöten…“ Obama greift Romney frontal an: Romney verfolge eine Außenpolitik aus den Achtzigern…

# Schieffer startet mit einem Hinweis auf das Jubiläum der Kuba-Raketenkrise. Beide Rivalen sind in geteilten TV-Fenstern zu sehen, müssen daher genau auf ihre Mimik achten wenn der Kontrahent redet. Debatte startet mit der brisanten Debatte um den Mord an Botschafter Chris Stevens in Bengasi (Libyen).

# Der linke Kanal MSNBC lästert in den letzten Sekunden vor der Debatte gegen Romneys Außenpolitik: 27 seiner Berater hätten bereits unter Bush gedient. Zu erwarten wäre eine Ära Bush II in der Weltpolitik.

# Diesmal kein pinker Paarlauf der First Ladys: Michelle wählte graues Kostüm, Ann setzt auf dunkelgrün. Offenbar sind beim APO-Duell ihrer Männer solide Farben angesagt…

# 20:22 Uhr: Konvoi mit Obama hat das „Keith C. and Elaine Johnson Wold Performing Arts Center“ der Lynn University in Boca Raton erreicht. Obama-Anhäger jubelten ihm bei der Fahrt zu, einige hielten „Binder full of Women“-Schilder hoch, eine Anspielung auf Romneys Patzer von der letzten Debatte über „Mappen voller Frauen“.

# Aktuellste, nationale Umfrage kam gerade rein: Laut CBS/Quinnipiac führt Obama knapp mit 48 zu 46 Prozent vor Romney. Im „RealClearPolitics„-Schnitt führt nun Romney 47,6 zu 47,2. Ein Plus von 0,4 %. So geht das schon seit dem Wochenende, beide Kandidaten liegen zwischen 0,1 % Vorsprung für Obama bis Plus 0,7 % für Romney. Knapper könnte das Rennen zur Zeit nicht sein.

# Team Romney veröffentlicht Backstage-Foto des Republikaners: Kandidat wartet mit Frau Ann, einigen seiner Söhne und Enkelkinder. Die ganze Welt sieht bei der Debatte zu: CNN International und BBC übertragen live, Rede Globo sendet in Brasilien, TV5Monde in Frankreich.

# Obama absolvierte am Nachmittag bereits eine Besichtigung der Debattenhalle. Die Kandidaten werden diesmal an einem Tisch sitzen, Moderator Bob Schieffer vor ihnen. Die erbitterten Rivalen können sich diesmal nicht „umkreisen“ wie zwei Raubtiere wie in Debatte Nr. 2. Dafür sitzen sie näher beisammen als jemals zuvor. Obama, der fast drei Tage lang im Sommersitz in Camp David paukte, stärkte sich vor dem finalen TV-Duell mit einem Steak und Erdäpfeln. Amerikanischer geht es kaum.

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