375.000 evakuiert, Subway geschlossen: New York und Ostküste erwartet Monstersturm


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Die US-Küste bereitet sich auf den Aufprall eines Supersturms mit historischen Dimensionen vor: US-Medien tauften das meteorologische Monster „Frankenstorm“ (Frankenstein-Sturm). In der Nacht zum Dienstag soll Hurrikan „Sandy“ über dem größten Ballungsraum der USA mit zwei Winter-Tiefdrucksystemen zum schlimmsten subtropischen Atlantik-Zyklon aller Zeiten verschmelzen. 66 Millionen Menschen sind im Visier, Starkwinde werden in einem Radius von 1250 Kilometer erwartet. Der Schaden dürfte die Kosten von vier Milliarden Dollar bei Hurrikan „Irene“ vor 14 Monaten übersteigen, warnen Experten.

Vor allem die Weltmetropole New York kam fast kompletten zum Halt:
# Das 337 Kilometer lange Subway-Netz mit 468 Stationen wurde Sonntagabend stillgelegt, Busse und Regionalzüge ebenfalls. Mit dem Schließen der Flughäfen JFK, LaGuardia und Newark wurde gerechnet. US-Fluglinien strichen bereits 7400 Flüge.
# Bürgermeister Michael Bloomberg ordnete die Zwangsevakuierung für 375.000 Menschen aus niedrig gelegenen, sogenannten Flutzonen A entlang der Küste, sowie dem East- und Hudson-River an. Den Betroffenen wurde nur wenige Stunden Zeit gegeben.

Böen von 160 km/h könnten in Manhattan durch die Hochhausschluchten jagen. Fensterfronten wurden mit Sperrholzplatten geschützt, vor dem Hauptquartier der Investmentbank „Goldman Sachs“ türmten Arbeiter Sandsäcke auf. Geschützt mit Barrieren wurde auch das Gebäude der New Yorker Börse NYSE. Panische Bewohner räumten Supermarktregale aus: Vor allem Wasser, Taschenlampen und Batterien waren in vielen Läden rasch ausverkauft. Gewarnt wurde vor einer bis zu drei Meter hohen Sturmflut, der schlimmsten in der Stadtgeschichte. „Bleiben Sie bitte in Ihren Häusern und Wohnungen“, appellierte Bloomberg.

Hurrikan „Sandy“, der 58 Menschen in der Karibik tötete, pflügte Sonntag 900 Kilometer südlich von New York nordwärts. Das Aufprallen auf die Küste wird derzeit im Staat New Jersey südlich der Metropole New York für Dienstagmorgen erwartet.

US-Präsident Obama kehrt nach einem Wahlkampfstop in Florida ins White House zurück, um die Hilfsmaßnahmen zu koordinieren. Durch umstürzende Bäume in den Vororten könnten zehn Millionen Menschen bis zu zehn Tage lang im Dunkeln sitzen. An der Rückseite saugt des Riesensystem dazu kalte Luft an: In den „Appalachen“-Bergen könnte ein halber Meter Schnee auf noch belaubte Bäume fallen.

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