
Amerika staunt: Armstrong beichtet Doping bei allen 7 Tour-Siegen, doch bleibt arrogant
Es war das Interview des Jahres: Millionen sahen Lance Armstrongs große TV-Beichte. In “Sports Bars” starrten Gäste gebannt auf TV-Geräte als liefe der “Super Bowl”. Um 21 Uhr Ostküstenzeit begann am Kabelkanal OWN das “Verhör” des Tour-de-France-Schwindelrs durch Fernsehlegende Oprah Winfrey. Er lachte nervös, als die Grundregeln des Interviews besprochen wurden. Dann Oprahs Eröffnungs-Salvo: Doping? “Ja”, EPO? “Ja”, Bluttransfusionen? “Ja”, Testosterone? Wachstumshormone? “Ja” Bei allen sieben Tour-Siegen? “Ja”.
Begonnen hatte er Mitte der Neunziger, dann wäre er gefangen gewesen in einem wachsenden Lügengebäude. Armstrong: “Meine Geschichte war einfach zu perfekt”. Er bestritt aber, dass das von ihm orchestrierte Doping-Betrugssystem schlimmer gewesen wäre als etwa zu DDR-Zeiten. Er sprach von einem “Cocktail” illegaler Mittel, die ihm zum Sieg verhalfen. Angst, erwischt zu werden, hatte er nicht. Der Ex-Radprofi bestritt aber, dass er bei seinem Comeback in 2009 und 2010 nicht mehr gedopt hätte.
Er sparte zwischendurch nicht mit Galgenhumor: “Ich bin nicht gerade der glaubwürdigste Mensch der Welt”, schüttelte er den Kopf. Er gab auch zu, als “Tyrann” Teamkollegen drangsaliert zu haben. Erstaunlich: Er fühlte sich während all der Jahre nicht einmal als “Schwindler”, rechtfertigte das Doping als Mittel zum Erfolg.

