Kreml-Gate: Was wusste Trump und wann wusste er es?


Kreml
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Die Demokraten erhöhen den Druck auf das belagerte Weiße Haus nach dem Rücktritt des Nationalen Sicherheitsberaters Michael Flynn: Der Skandal “Kreml-Gate” weitet sich aus. Ins Visier gerät auch Präsident Donald Trump selbst. Die Affäre könnte ihn ins Wanken bringen.

Vor allem eine Frage hallt durch das vom Skandalfieber gepackte Washington: Was wusste Trump über Flynns illegale Kontakte zur russischen Regierung und wann?

Es brennt allerorten, Ungereimtheiten gibt es auf immer mehr Ebenen:

  • Handelte Flynn im Auftrag von Trump oder anderen Top-Beratern, als er am 29. Dezember bei Telefonaten mit dem russischen Diplomaten Sergey Kislyak eine mögliche Aussetzung der gerade von Barack Obama verhängten Sanktionen in Aussicht stellte?
  • Laut einem Report der “Washington Post” hatte das US-Justizministerium das Weiße Haus bereits Ende Januar informiert, dass Flynn nicht die Wahrheit sagte über die Telefonate und vom Kreml “erpressbar” sei. Wann und wie wurde Trump vom offiziellen Rechtsberater des Weißen Hauses darüber gebrieft? Und warum wurde während den letzten Wochen nichts unternommen? Die Demokraten sprechen von einer Cover-up, einer Vertuschung. Trump-Sprecher Sean Spicer gab bekannt, das Trump am 26. Januar informiert worden wäre. Es wäre ihm aber versichert worden, dass Flynn keine Gesetze gebrochen hätte. Trump hätte deshalb zu diesem Zeitpunkt nichts unternommen, so Spicer.
  • Der „House“-Abgeordnete Elijah Cummings (D) verlangte eine Ausweitung der Kongress-Untersuchungen, inklusive Ermittlungen über einen Trip vom Flynn nach Moskau im Vorjahr, bei dem er Kreml-Chef Wladimir Putin traf und für eine Rede bei einem Event des Propaganda-Senders RT Geld kassierte.
  • Der Skandal wirft auch neue Fragen über mögliche Verbindungen von Trumps Team zu russischen Offiziellen während des Wahlkampfes auf. Hier laufen weiterhin FBI-Untersuchungen gegen drei frühere Trump-Berater, darunter Ex-Kampagnenchef Paul Manafort.

Eines steht fest: Das Weißen Haus gelang trotz Flynns Resignation kein Befreiungsschlag – es versinkt immer tiefer in der Affäre. Fast jede Erklärung wirft neue Fragen auf.

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