Warum Trump zum Cheerleader der Iran-Demonstranten wurde


Iran
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Der Volksaufstand im Iran weitet sich aus – und US-Präsident Donald Trump scheint sich fast diebisch zu freuen über die Unruhen.

Immerhin zählt der Iran zu jenen Ländern, das Trump neben Nordkorea als einen der größten Gegenspieler der USA regelmäßig scharf kritisiert.

Die Menschen des Iran würden “sich endlich gegen ein brutales und korruptes Regime” zur Wehr setzen, twitterte Trump Dienstagmorgen nach seiner Rückkehr nach Washington DC.

Das Volk habe “wenig zu essen, hohe Inflation und keine Menschenrechte”, fuhr Trump fort. Interessanterweise sind das die fast ersten Kommentare des Republikaners über Menschenrechte, nachdem er bisher fast offene Bewunderung für starke Männer von Riad bis Manila zur Schau gestellt hatte…

USA würden alles „genau beobachten“

Der US-Präsident hatte bereits die letzten Tage die dramatischen Entwicklungen im Iran bei den größten Protesten seit 2009 auf Twitter kommentiert. Der Tenor lautet stets auch: Die USA würden die Entwicklungen “genau beobachten”.

Die Lage in Teheran und anderen Städten des einflussreichen Nahost-Staates ist weiter eskaliert: Neun Menschen starben bei den Unruhen in den letzten 24 Stunden, die Opferbilanz liegt jetzt bei mehr als 20 Toten. 450 Menschen wurden verhaftet.

Demonstranten stürmten Ämter und Polizeiwachen, einige Gebäude gingen in Flamme auf. Es kommt immer wieder zu wilden Straßenschlachten zwischen Regierungsgegnern und Sicherheitskräften.

Zu der Revolte kam es wegen der stagnierenden Wirtschaft, leerer Versprechen über eine Öffnung des Landes. dem Einfluß religiöser Hardliner und Korruption.

Regime schlägt zurück

Das Regime wurde ins Wanken gebracht – und es schlägt zurück. Die Mullahs gehen mit voller Härte vor.  Der Chef des Teheraner Revolutions-Gerichts kündigte “harte Strafen” gegen Demonstranten an.

Der oberste Religionsführer des Landes, Ayatollah Ali Khamenei, beschuldigte die “Feinde des Irans”, die Unruhen ausgelöst zu haben.

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