Trump verkauft in Davos „Sieger-Amerika“, doch USA sind zunehmend isoliert


Davos
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Marine One ist im tief verschneiten Davos gelandet – der Amerika-First-Isolationist Donald Trump ist im Ground Zero der Globalisten gelandet. Für den Freitag ist eine mit Spannung erwartete Rede zum Abschluss des Gipfels angesetzt.

Viele hatten im Vorfeld befürchtet, dass sich Trump wie ein Elefant im Porzellanladen aufführen könnte.

Gefragt haben sich viele auch, warum er als erster US-Präsident seit 17 Jahren das Weltwirtschaftsforum mit Power-Players aus Politik und Wirtschaft überhaupt besucht – nachdem es die Vorgänger Barack Obama und Bill Clinton stets geschwänzt hatten.

Es geht zum einen offenbar für Trump um die Genugtuung, mutmaßt die New York Times: Früher als Immobilien-Milliardär war er nie eingeladen, jetzt feiert er inmitten der Eliten, die ihm stets die Anerkennung verwehrten, als mächtigster Mann der Welt sein Debüt.

Trump will Sieger-Amerika verkaufen

Und es geht vor allem um die Macht: Trump will in erster Linie sein neues Sieger-Amerika, wie er es nennt , verkaufen, dessen Wirtschaft aus alle Zylindern dampft. Gleichzeitig will er den Standort USA bewerben, der durch Steuersenkungen und Deregulierungen für Unternehmen aus aller Welt attraktiver geworden sei, wie Trump bei jeder Gelegenheit betont.

Gleichzeitig will Trump in Davos seine “Amerika Zuerst“-Politik verteidigen. Provokationen gab s aber bis zuletzt:  Just Stunden vor der Davos-Ladung hatte die US-Regierung neue Strafzölle beschlossen.

Gegenwind kommt bei dem Power-Gipfel vor allem von den wieder selbstbewussteren Europäer:  Besonders Frankreichs Macron und die deutsche Kanzlerin Merkel bieten dem Großkopf aus Amerika zusehends die Stirne, verdammen den Egoismus in der Weltpolitik.

Für sie gilt eher die Formel “Amerika Allein”: Internationale Wirtschaftsdeals werden inzwischen ohne die USA ausgehandelt. Die Supermacht unter Trump scheint isoliert.

Unbestritten aber ist: Trump ist der größte Star in Davos, alle reden nur über den unberechenbaren Gast aus Washington.

Photo by WebRatio

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