State of the Union: Trump präsentiert sich bei Kongress-Rede als großer Versöhner


Trump
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Den ganzen Wahlkampf lang und die ersten 12 Monate im Oval Office hat Donald Trump die USA mit Polemik, Populismus, Hetze und Rundumschlägen auseinanderdividiert – bei der großen “State of the Union”-Rede vor beiden Kongresskammern will der Präsident Amerika plötzlich hinter sich einen.

Bei diesem frommen Wunsch, so Kritiker prompt, hatte er dick aufgetragen: Gemeinsam würden die US-Bürger ein “sichereres, stärkeres und stolzeres Amerika” schaffen, glaubt Trump: “Wir wollen ein Land, in dem jeder die Würde eines Tages an harter Arbeit erfährt, in dem jedes Kind wohl-behütet ist in seinem Zuhause – und jeder Staatsbürger stolz auf dieses Land, das war so lieben”.

Trump konnte aber auch selbst an jenem Abend, an dem er sich mit der Rede in Prime-Time profilieren konnte, den Skandal „Kremlgate“ nicht abschütteln: Beim Verlassen des Weißen Hauses riefen ihm Reporter zu, ob er FBI-Sonderermittler Bob Mueller feuern wolle.

Purer Pathos

Trump pries die Republikaner-Steuerreform als Turbo für die boomende US-Wirtschaft: Millionen Arbeiter und Angestellte würden bereits wenige Steuern zahlen, Firmen wie Apple Milliarden investieren, Bonus-Zahlungen verteilen und neue Jobs schaffen.

Der Präsident bejubelte den Wirtschaftsboom und das Börsenfeuerwerk an der Wall Street (trotz dem Tagesminus von 362 Punkten): Neun Billionen Dollar an Vermögen hätte die Haussee geschaffen.

Oft aber auch gab es puren Pathos: “Das ist unser neuer amerikanischer Moment“, erklärte Trump: „Nie gab es eine bessere Zeit, um den amerikanischen Traum auszuleben”. Und es sei Zeit, dass das Volk gemeinsam an einem Strang ziehe, als “ein Team, ein Volk, eine amerikanische Familie”.

Die XXL-Portion an Patriotismus lag hart an der Propaganda: “Amerikaner lieben ihr Land”, ging es unter Jubelrufen im Saal weiter: “Und sie verdienen eine Regierung, die ihnen mit der gleichen Loyalität entgegentritt”.

Lange Liste erfüllter Verspechen?

Trump hätte sich sein erstes Amtsjahr lang bemüht, verstieg er sich zu einer wahrhaft kühnen Aussage, “das Vertrauen zwischen den Bürgern und ihrer Regierung wiederherzustellen”.

Es folgte eine lange Liste an was Trump für Errungenschaften erachtet, inklusive dem „Ende des Krieges gegen die saubere Kohle…” Der Bogen spannte sich weiters von Handelsdeals („Die Ära der Kapitulation Amerikas im Welthandel ist vorbei…“), zur Deregulierungs-Offensive zu Hause  und der Vertreibung von ISIS-Terroristen in Syrien und im Irak.

Trump verkündete, dass der den US-Terrorknast in Guantanamo Bay wieder ausbauen und jeden gefassten Terroristen dort für immer einsperren wolle, wie er andeutete.

Trumps Tenor insgesamt: Versprochen, erfüllt!

Trump wollte den oppositionellen Demokraten – zumindest in der vom Teleprompter gelesenen Rede – die Hand entgegenstrecken zum Ausbau der Infrastruktur (1,5 Billionen Dollar) und einem Immigration-Deal, „der die Interessen amerikanischer Arbeiter und amerikanischer Familien berücksichtigt“, wie er gleich unnachgiebige Forderungen für ein mögliches Abkommen mitlieferte. Trump nannte neuerlich die Bezahlung der Mexiko-Mauer als Top-Bedingung für einen Deal.

Trump kündigte an, eine Politik des „maximalen Drucks“ auf Nordkorea fortzuführen: Als Gäste hatte er die Eltern des nach seiner Entlassung aus der Folterhaft in Nordkorea verstorbenen US-Studenten Otto Warmbier eingeladen.

Melania kam im eigenen Wagen

Die Augen der Nation richteten sich aber auch auf First Lady Melania Trump – vor allem auch wegen der mutmaßlichen Ehekrise der letzten Wochen während Medienberichten über eine angebliche Sex-Affäre ihres Gatten vor elf Jahren mit einem Porno-Star.

Laut CNN fuhr Melania nicht mit ihm gemeinsam in der Limo zum Kapitol…

Sie strahlte dann bei der Ankunft im Kapitol in einem cremefarbenen, glänzenden Kostüm, es gab donnernden Applaus.

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