Merkel-Pflichtprogramm bei Trump: Kann Kanzlerin das Eis brechen?


Merkel
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Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron schmiss Donald Trump einen dreitägigen Pomp-Empfang (Küsschen, Paraden, Gourmetschmaus). Angela Merkel jedoch musste sich mit einem kargen Arbeitsbesuch begnügen.

Laut dem dicht gedrängten Terminplan sollte die deutsche Kanzlerin nur 17 Stunden lang in Washington bleiben. Es gab

  • ein bloß 20 Minuten langes Vieraugengespräch mit dem wankelmütigen Präsidenten im Oval Office,
  • danach ein Mittagessen im Cabinet Room
  • und zuletzt eine Pressekonferenz (East Room).

Das Regenwetter passte zu Merkels Pflichtbesuch im Weißen Haus.

Dabei musste Merkel um Milliarden für die deutsche Wirtschaft pokern: Am 1. Mai will „America First“-Trump über Strafzölle gegen EU-Staaten entscheiden. Ein Handelskrieg wäre ein herber Schlag gegen die deutsche Export-Maschinerie. Merkel hatte Trump neue Handelsgespräche angeboten zur Reduktion der Handelsüberschüsse mit den USA.

Augenscheinlich war, dass sich Merkel – wie Macron vor ihr – beim Iran-Atomdeal die Zähne auszubeißen schien: Trump will den Vertrag am 12. Mai kündigen – und niemand konnte es ihm bisher ausreden. Die Kanzlerin wollte anbieten, dass die Europäer den Druck auf Teheran wegen dessen Unterstützung von Terror-Gruppen erhöhen würden. Der Erfolg ist fraglich. 

Überraschen diesmal jedoch: Trump zeigte sich auffallend freundlich beim Umgang mit Merkel. Er wollte den Eindruck vermitteln, dass er in Wirklichkeit eine „tolle Beziehung“, wie er sagte, mit der deutschen Kanzlerin habe.

Photo by LaurenJShiplett

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