Kavanaugh-Showdown: Trump pöbelt jetzt gegen angebliches Sex-Opfer


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Es schien ja fast bereits gespenstisch, wie angemessen und gelassen Donald Trump zunächst auf die Sex-Vorwürfe der Kalifornierin Christine Ford gegen seinen Höchstrichter-Kandidaten Brett Kavanaugh reagiert hatte. 

Die Frau sollte unbedingt gehört werden, säuselte der US-Präsident. Und wenn sie glaubwürdige sein sollte, müsse „man eben sehen“, wollte er auch ein Fallenlassen des Juristen nicht ausschließen.

Doch mit dem überraschenden „Kuschelkurs“ während des größten „Supreme“-Dramas seit dem Showdown zwischen Richter Clarence Thomas und seiner angeblich sexuell belästigten Ex-Mitarbeiterin Anita Hill 1991 ist es nun vorbei. 

Der alte, polternde Trump ist wieder da. Minuten nach dem Beraterin Kellyanne Conway die konziliante Tour ihres Chefs unterstreichen wollte, pöbelte er auf Twitter los: Es wundere ihn, dass trotz der von ihr behaupteten Schwere der Attacke der angebliche Übergriff nicht der Polizei gemeldet wurde – entweder von ihr oder ihren Eltern, so Trump.

Auf einen Feuersturm brauchte der Republikaner nicht lange zu warten: „Damit schiebt er die Schuld dem Opfer in die Schuhe“, schäumte eine Demokratin. Diese Wortmeldung sei „unentschuldbar“. 

Die Wissenschaftlerin Dr. Ford hatte zuletzt gegenüber der „Washington Post“ ausgepackt, dass sie Kavanaugh bei einer Party 1982 auf ein Bett stieß, sich auf sie  legte, ihre Hilfeschreie mit dem Zuhalten des Mundes unterdrückte und versuchte, sie zu entkleiden und zu vergewaltigen. Sie war 15, er 17. 

Seither hält der Thriller die USA in Atem. Ford hatte zunächst eine vorgeschlagene Aussage vor dem Senats-Justizausschuss am Montag abgelehnt und eine FBI-Untersuchung verlangt (Trump, der das anordnen könnte, lehnte ab). Es laufen hitzige Verhandlungen: Zum Showdown zischen Ford und ihrem möglichen Peiniger könnte es jetzt am Mittwoch kommen.

Zuletzt hatten die Republikaner eine strikte Deadline verlautet, bis zu der die Psychologie-Professorin zusagen muss. Gleichzeitig wurde gedroht, dass ohne ihrer Zusage bereits am Montag über Kavanaughs Berufung abgestimmt werden würde. 

Trump aber scheint seine Entscheidung längst getroffen zu haben, wem er glauben mag. Es ist keine Überraschung: Der Präsident stellt sich voll hinter den erzkonservativen Richter. 

Und er drückt aufs Tempo: „Lasst sie aussagen, oder nicht“, twitterte er ungeduldig: „UND STMMMT AB!“ Er forderte damit ein rasches Votum im Senat zur Bestätigung Kavanaughs für den Höchstrichter-Posten.

Dass die Republikaner (GOP) nur mehr ein Ziel haben, Kavanaugh um jeden Preis durchzupeitschen trotz aller Enthüllungen, stellte auch Senats-Führer Mitch McConnell klar: „Wir pflügen da durch“, sagte er: „Er wird der neue Supreme-Court-Richter werden!“ 

Dass der Tag der Rache der neuerlich vor den Kopf gestoßenen Frauen bei den Zwischenwahlen Anfang November kommen dürfte, schert die GOP längst nicht mehr.

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