Ende von „Mars One“: Zumindest ein „Kolonist“, der zum Mars wollte, ist nicht enttäuscht


Mars One
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Das Projekt war ehrgeizig und historisch: Mit einer Kolonisierung des Mars sollte die Menschheit den Sprung zur multiplanetaren Zivilisation schaffen.

Das Konsortium „Mars One“ wollte in Zweijahres-Intervallen Kolonisten per One-Way-Flügen zum Roten Planeten zur Besiedlung transportieren. 

Jetzt jedoch meldete die Firma hinter der Vision der Mars-Kolonisierung die Pleite an.

Der Gründer des Projektes, Bas Lansdorp, bestätigte die Liquidierung der Mars One Ventures AG, wollte aber keine weiteren Informationen verlauten.

Der niederländische Entrepreneur hatte davor eine gewaltige, internationale Medienberichterstattung losgetreten, trotz der Skepsis vieler Experten.

Der Deutsche Lennart Lopin, der in Florida lebt, gelangte nach Ausscheidungen in die Runde der Top-Kandidaten. 

Nach dem mutmaßlichen Ende des Projektes erklärt er gegenüber dem „Amerika Report“, warum er sich trotzdem nicht betrogen fühlt:

„Von Anfang an war den meisten Teilnehmern klar, dass es sich hierbei um ein äußerst ambitioniertes Projekt handelt, dessen Chancen auf Erfolg relativ gering bemessen wurden. Allerdings einte uns das Bewusstsein, dass die Menschheit aus ihrer Kinderwiege ausbrechen muss – je früher, desto besser. Und selbst allein die Begegnung mit so vielen Mitmenschen aus diversen Kulturen und anderen Kontinenten hat nicht nur uns vor Augen geführt, dass wir dieses Ziel als planetare Bewohner nicht nur träumen, sondern dass dieser Traum uns auch vereint und auf eine faszinierende Zukunft hinweist.

Ein kleines aber wirksames Licht wurde für ein paar Jahre auf globaler Ebene entfacht, das uns Menschen in einer positiven und friedlichen Weise verbinden kann. Dafür danke ich Mars One ganz besonders. Die Idee, dass der Mars besiedelt werden kann und soll, ist nun weit stärker ins öffentliche Interesse gerückt.

Als Kapitalist und Unternehmer ist es natürlich ebenfalls verständlich, dass Mars One, wie alle anderen jungen Unternehmen, eine große Chance hatte, seine mutigen Wachstumsziele nicht zu erreichen – alle Achtung vor dem Team, das sich bemühte, die nötigen Kapitalmengen zu sammeln, das Projekt am Leben zu erhalten, die Öffentlichkeit aufzuklären und das mit den ersten technischen Skizzen für eine selbständige Marskolonie Geschichte geschrieben hat.

Daher ein klares Nein, ich fühle mich nicht enttäuscht oder betrogen – ganz im Gegenteil. Ich bin sehr bewegt, dass ich die Gelegenheit hatte, bei diesem edlen Ziel etwas beisteuern zu können. Die Reise und Besiedlung des Mars ist – hauptsächlich auch dank SpaceX –  in große Nähe gerückt.

Eines hoffentlich nicht fernen Tages werden jede Menge Menschen antreten, den roten Planeten zu besuchen und zur Heimat zu machen – einige von ihnen sind dann eventuell ehemalige Mars-One-Teilnehmer oder solche, die vom Projekt inspiriert wurden. Das war es mehr als Wert.

We’ll see each other on Mars!

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