Kampf um das Schicksal Venezuelas an der Grenze: Hat sich Guaido verspekuliert?  


Venezuela
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Der Showdown zwischen Venezuelas Machthaber Nicolas Maduro und der Opposition unter Interimspräsidenten Juan Guaido spitzt sich weiter zu. Die Lage bleibt explosiv – besonders an der Grenze zu Kolumbien.

An der Francisco-de-Paula-Brücke in Cucuta flammten Dienstag neue, blutige Zusammenstöße zwischen Maduro-Gegnern und der venezolanischen Nationalgarde auf.

Ich war bei einer der Straßenschlachten dabei: Vermummte Oppositionelle der „zivilen Resistance“, wie sie sich nennen, griffen den Grenzposten mit Steinwürfen an, die venezolanische Armee feuerte Tränengas-Granaten und Gummigeschoses ab.

Unter dem Geschrei „Sanitäter! Sanitäter!“ trugen Helfer einen Verwundeten fort. Kumpanen brüllen in Richtung des Grenzpostens: „Verbrecher!“

Die venezolanischen Soldaten rückten dann in einer Machtdemonstration auf den Kordon kolumbianischer Sicherheitskräfte vor. Einige Minuten lang standen sich die Soldaten beider Seiten auf Tuchfühlung gegenüber.

Im Camp der Widerstandskämpfer gegen das Maduro-Regime wurde später Bilanz über die Protestaktion gezogen und weitere vorbereitet. Helfer bastelten daneben an Molotowcocktails.

„Maduro ist ein Verbrecher“, sagt eine mit einer Venezuela-Flagge vermummte Anführerin.

Die größte Hoffnung der Opposition ist, dass Soldaten von Maduros-Armee desertierten. Es gibt zwar noch keinen Massenabsprung, doch immerhin sind 260 Armeenangehörige in den letzten Tagen nach Kolumbien geflohen, einige im Kugelhagel.

Doch die Strategie von Maduro-Gegner Juan Guaido, den Sozialisten Maduro durch einen Showdown über internationalen Hilfslieferungen in die Knie zwingen zu wollen, ist praktisch gescheitert.

Guaido hält sich seit dem Wochenende in Kolumbien auf – und plant jetzt seine Rückkehr nach Caracas.

Das Risiko ist groß: Dort könnten ihn Maduros Behörden verhaften, da er gegen ein willkürlich verhängtes Reiseverbot verstoßen hatte.

 

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