„Bagdad Bob Barr“: Skandalsturm wegen Justizminister als Trump-Chefverteidiger


Barr
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Skandal-Feuersturm in Washington DC am Tag der Veröffentlichung des „Mueller Reports“ – es dürfte der längste Tag der Präsidentschaft von Donald Trump werden.

Im Zentrum der Kritik steht Justizminister William Barr, dem vorgeworfen wird, eher als Propagandist für Trump zu agieren statt unparteiischer Justizminister. 

Mit einer Pressekonferenz eineinhalb Stunden VOR der Veröffentlichung des 400-Seiten-Reports des FBI-Sonderermittlers Bob Mueller wollte er die Öffentlichkeit beeinflussen – doch das Schuss ging nach hinten los. 

Selbst der „Trump-Sender“ „Fox News“ kritisierte den Auftritt, bei dem Barr wie ein Leibanwalt von Trump agierte hätte. 

MSNBC nannte ihn „Bagdad Bob Barr“, eine Anlehnung an Saddam Husseins Sprecher Muhammad Saeed al-Sahhaf vor dem Irak-Krieg, der als „Bagdad Bob“ verulkt wurde.

Offensichtlich wird, dass die Lage für Trump (und Barr) weit brenzliger sein dürfte: Mueller hätte zehn Episoden aufgezeigt in seinem Bericht, in dem Verdachtsmomente für das Verbrechen der Justizbehinderung dargelegt seien. 

Barr jedoch hätte Muellers „rechtliche Schlussfolgerungen nicht geteilt“. Er entschloss sich, Trump eigenhändig freizusprechen. 

Erstaunlich die Aussagen bei der Pressekonferenz in Washington, als Barr den Präsidenten in Schutz nahm: Trump wäre zum Beginn seiner Amtszeit wegen heftiger Medienkritik, „illegaler Leads“ und Oppositionskritik unter „großem Druck“ gestanden, sagte er.

Barr ließ durchblicken, dass er diese Umstände in Betracht gezogen hätte bei seiner Entscheidung, wonach kein strafrechtlicher Tatbestand vorliege.

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