Corona-Tagebuch New York, Day 18: Gesichtsmasken, anyone?


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Man sieht ja so einiges, wenn man durchs Corona-New-York geht: Genau zu einem Zeitpunkt, als selbst das Weiße Haus unter dem Verharmloser-in-Chief Donald Trump zum Tragen eines Mundschutzes rät, erlebte ich Freitagvormittag folgendes: Eine Gruppe an Nationalgardisten marschiert an der First Avenue vor dem Bellevue-Spital vorbei, von sechs Männern trägt nur einer eine Maske, die anderen Unterhalten sich im Abstand von einem halben Meter. 

Auf der anderen Straßenseite bei den Absperrungen vor der provisorischen Leichenhalle stehen zwei Beamte des NYPD: Beide unterhalten sich – maskenlos – ebenfalls fast auf Tuchfühlung. 

Dann fährt auch noch ein Feuerwehrwagen vorbei: Fahrer, Beifahrer und sechs Feuerwehrmänner in der Kabine dahinter – alle auf engstem Raum, keiner eine Maske.

  • Die Covid-19-Zahlen für die Nationalgarde: unbekannt.
  • Für das NYPD: Mehr als 1.500 Infizierte, fast 20 Prozent der 36.000 Cops sind im Krankenstand.
  • Zum FDNY gibt es keine verlässlichen Zahlen in den US-Medien.
  • Es ist ein wenig zum Verzweifeln: Die Spitäler in New York City werden zu Kampfzonen und die Opferbilanz im Bundesstaat New York stieg um 560 Tote in nur einem Tag. Doch selbst bei wichtigen Einsatzkräften in Krisenzeiten fehlen die Masken. 

Vor zehn Tagen hatte ich mit einem Schaffner gesprochen in der Grand Central Station, der ebenfalls keinen Mundschutz hatte: „Alles, was sie mir geben, sind Handschuhe“, sagte er. Vor ein paar Tagen sah ich ihn wieder: Er hatte immer noch keine Maske. 

Wenn ich nach Hause komme, praktiziere ich meine Säuberungsroutine fast schon wie im Schlaf: Maske auf den Fenstersims, Handschuhe in den Müll.

Dann die Desinfektion meiner Geräte mit Desinfektionstüchern: iPhone, Mikro, Kabel, Akkus, Brille, Geldbörse, Gürtel, alles wird abgewischt und in die imaginäre „Sauberzone“ gelegt.

Wenn alles geputzt ist, geht es zum Händewaschen (man kennt die Routine, Happy Birthday…). Danach Dusche und alle Kleidungsstücke in die Wäsche. Überhaupt: Gewaschen wird nonstop, jeden zweiten Tag auch meine Jacke und der Arbeitsrucksack.

Es ist ein neues Leben, ein neuer Alltag, wir sind abgetaucht ins Corona-Paralleluniversum.     

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