Der Tod von Ruth Bader Ginsburg: Amerika nimmt Abschied von einer Legende


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Tausende stellten sich Mittwochmorgen bereits an, um den aufgebahrten Sarg der am Freitag verstorbenen Höchstrichterin Ruth Bader Ginsburg (†87) zu sehen.

Davor wurde eine private Zeremonie in der „Great Hall“ des wuchtigen „Supreme Court“-Gebäudes abgehalten. Bei der Trauerfeier kamen die verbliebenen acht Höchstrichter zum ersten Mal seit dem März zusammen, nachdem wegen der Corona-Pandemie alle Hearings nur per Video-Konferenzen abgehalten wurden. Familienmitglieder und Ehrengäste versammelten sich ebenfalls bei der Zeremonie. 

Der Sarg war geschmückt mit einer US-Flagge und stand auf dem sogenannten Lincoln Catafalque, jener Plattform, auf der Ex-Präsident Abraham Lincoln aufgebahrt war am Kapitol nach seinem Tod 1865. Als Träger fungierten einige ihrer ehemaligen Mitarbeiter, andere Ex-Kollegen standen Spalier. 

Beim öffentlichen Abschied können Menschen am Mittwoch und Donnerstag an dem Sarg am „Portico“ unter den Säulen vorbei defilieren – es wurden zehntausende Trauernde erwartet.

Freitag wird die zweite Frau am Supreme Court, die für Amerikas Liberale zur Kult-Figur und besonders für Frauen zur Ikone wurde, in der Rotunda des Kongress-Kapitols aufgebahrt. Nach 43 Männern in der US-Geschichte ist Ginsburg die zweite Frau, die mit einer staatlichen Aufbahrung geehrt wurde. Vor ihr wurde die Bürgerrechtlerin Rose Park diese Ehre zuteil.

Die Bestattung ist dann für die nächste Woche geplant am Nationalfriedhof „Arlington National Cemetery“ – neben dem Grab ihres 2010 verstorbenen Manns Marty.  

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