TV-Redeschlacht: Trump gibt Signal zur „Bereitschaft“ an Milizen


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Es flogen die Fetzen – und Amerika wie die Welt sind geschockt. 

Das erste TV-Duell der Präsidentschaftskandidaten Donald Trump und Joe Biden wurde zur brutalsten – und widerlichsten – Redeschlacht aller Zeiten. Millionen Zuseher waren wegen der persönlichen Angriffe, oftmaligen Schreiduelle und dem wilden Durcheinanderreden angewidert.

Der Präsident kam wie ein Bulldozer über-aggressiv aus den Startlöchern, fiel Biden derart oft ins Wort, dass dem Demokraten der Kragen platzte: „Halt doch die Klappe, Mann“, fauchte er.

Trump lieferte sich wilde Streitereien auch mit dem Moderator Chris Wallace („Fox News“). „Mr. President“, versuchte der einen Ortungsruf: „Ihr Team hat zugestimmt, dass beide Seiten Zwei-Minuten-Antworten erhalten – ohne Unterbrechungen!“

Trump ging auch auf Bidens Sohn Hunter los, der illegal Millionenbeträge aus Moskau erhalten hätte. Biden verteidigte seinen Sohn: „Er hatte ein Drogenproblem und hat es überwunden, ich bin stolz auf ihn!“ Trumps eigener Coach bei der Duell-Vorbereitung, Chris Christie, kritisierte, Trump käme „zu heiß“ daher. 

Biden jedoch, der eigentlich Trumps gewohnte Stänkerei ignorieren und sich direkt ans Volk wenden hatte wollen, ließ sich in die Schlammschlacht ziehen: Er nannte seinen Rivalen einen „Clown“ und „Rassisten“. Schockierend auch: Trump wollte neuerlich nicht versprechen, dass er eine Niederlage anerkennen und die Macht abgeben würde. Er sandte sogar ein Signal an eine rechtsextreme Miliz, „bereitzustehen“. Dann rief er seine Anhänger auf, in den Wahllokalen „nach dem Rechten zu sehen“. 

Sachpolitik blieb während des verbalen Scharmützels komplett auf der Strecke. Moderator Wallace ging in dem Chaos unter. Nach 95 Minuten schien jeder froh, dass es vorbei war. 

Laut CBS-Blitzumfrage hat Biden mit 48 zu 40 Prozent das Duell gewonnen. Doch eigentlich, so der Tenor im US-TV, hätte es „nur Verlierer gegeben“. CNN-Moderator Wolf Blitzer schlug sogar vor, die zwei weiteren TV-Debatten einfach abzusagen. (bah)

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