Covid-Drama: Aufregung über Donald Trumps Corona-Spritztour


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Selbst nach der Coronavirus-Infektion bleibt Donald Trump der Alte: Unberechenbar und jederzeit fähig, die Welt mit verblüffenden Aktionen zu überraschen. 

Mitten während seiner Behandlung im Walter-Reed-Militärspital nahe Washington DC unternahm der US-Präsident Sonntag eine Spritztour in einem Wagenkonvoi, um seinen Anhängern vor den Toren der Klinik zuzuwinken. 

Die Reaktionen gerieten prompt und heftig: Trump hätte das Leben der zwei sich ebenfalls in dem Wagen aufhaltenden Agenten des „Secret Service“ gefährdet, twitterte der Arzt Dr. James Phillips: „Und das alles für politisches Theater!“

Denn: Das gepanzerte SUV ist zur Abwehr möglicher Giftgas-Attacken auch komplett luftdicht. Das Weiße Haus behauptet, die Ärzte hätten die bizarre Fahrt genehmigt. Doch Trump verstieß damit klar gegen die Regeln der Seuchenbehörde CDC. 

Der Präsident selbst postete davor auf Twitter ein Video, in dem er sich jetzt als „Corona-Experte“ sieht: „Ich wurde richtig geschult in den letzten Tagen“, so der Republikaner, der in dem Video besser bei Kräften schien: „Ich verstehe das jetzt!“ Kritiker explodieren: Trump hatte das Virus bisher ständig verharmlost, obwohl 209.000 Amerikaner bisher starben.  

Gleichzeitig bleibt der Krankheitsverlauf unklar, Trumps Ärzte-Team liefert verwirrende Stellungnahmen in Serie: Stets wird „Trumps Besserung“ in rosigen Tönen betont. Die Ärzte überlegten am Montag eine Entlassung aus der Klinik.

Doch allein die Liste an starken Medikamenten, die Amerikas Patient Nr. 1 erhielt, ist für Mediziner alarmierend: Trump erhält Infusionen mit dem Ebola-Mittel Remdesivir, es wurde ihm ein experimenteller Antikörper-Cocktail verabreicht – und zuletzt das Steroid „Dexamethasone“. Alle diese Präparate werden nur in schweren Corona-Fällen angewandt, sagen Experten. Zweimal war die Sauerstoffsättigung des Bluts dramatisch gesunken, wurde verlautet: Trump war mit Sauerstoff vorübergehend beatmet worden. Auch von Fieberschüben war die Rede. Und die Gefahr von gefährlichen Rückfällen ist groß.

Trump aber will Corona so schnell wie möglich hinter sich lassen und wieder Wahlkampf machen: In 28 Tagen wird gewählt, sein demokratischer Rivale Joe Biden zieht in den Umfragen davon, laut einer NBC/WSJ-Erhebung liegt Biden 14 Prozent vorne.

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