TV-Fernduell: Showdown mit Trump, Vorlesung mit Biden


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Explosiv aber fesselnd auf der einen Seite, sachlich aber langatmig auf der anderen: Das TV-Fernduell zwischen Donald Trump und Joe Biden faszinierte Amerika – doch die Dynamik des Wahlkampfes dürfte unverändert bleiben. 

Trump krachte in Miami bei einer einstündigen „Town Hall“ (Wähler konnten Fragen stellen) vor allem mit NBC-Moderatorin Savannah Guthrie zusammen, in einem Feuerwerk knallharter Fragen: Sie löcherte Trump über Corona-Tests, Maskentragen, wilde Verschwörungstheorien oder seine Finanzen. Einmal machte sie sich über ihn als „irren Onkel“ lustig. Der Präsident geriet oft in die Defensive.

Der Demokrat Biden dozierte hingegen zur gleichen Sendezeit in einer neunzigminütigen ABC-TV-Sendung in Philadelphia über Sachpolitik, darunter seine geplante Steuerreform. Er wollte fachlich versiert, vital und präsidial wirken.

Dass die Fragestunde wenig packend geriert, schien Teil des Kalküls. Biden weiß: Er führt im Wahlkampf-Finale deutlich (+9,2 %) und will keine Schnitzer mehr machen. Wirklich spannend schien die Frage, ob der Demokrat nach der wahrscheinlichen Installation der konservativen Höchstrichterin Amy Coney Barrett als Präsident den „Supreme Court“ um zwei Sitze erweitern wolle, um die konservative Mehrheit zu brechen. Er würde das noch vor der Wahl beantworten, wich er aus.

Trump dürfte bei dem Fernduell zwar das Quoten-Rennen mit mehr Zusehern gewonnen haben, doch er schaffte keinen Knalleffekt, um das Steuer noch herumreißen zu können, so der Tenor der Analysen. Das letzte direkte TV-Duell ist für Donnerstag in Nashville angesetzt. 

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