Mit dem Rücken zur Wand: Trump gesteht erstmals Wahlniederlage ein


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Donald Trump versucht, nach dem blutigen Sturm seiner Anhänger auf das Kapitol, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen – und hofft gleichzeitig auf ein weiters Kapitel seiner Polit-Laufbahn.

Nur 24 Stunden nachdem er die Randalierer als „Patrioten“ bezeichnete und sagte, „wir lieben euch“, machte Trump in einer neuen Video-Botschaft eine Kehrtwende: Die Eindringlinge hätten den „Sitz der amerikanischen Demokratie beschmutzt“ und Gesetzesbrecher würden „dafür bezahlen“, sagte der Präsident.

Trump gestand auch erstmals die Wahlniederlage ein und kündigte eine geordnete Machtübergabe an.

Für Nachfolger Joe Biden (D) gab es aber weder eine Namensnennung noch eine Gratulation.

Und Trump versprach seinen Anhängern: „Unsere unglaubliche Reise hat gerade erst begonnen!“ Er wollte damit wohl eine mögliche Kandidatur in vier Jahren andeuten.

Doch Trump steht wegen des Aufwiegelns radikaler Anhänger am Abgrund: Das „Wall Street Journal“ rief ihn zum Rücktritt auf, die Demokraten fordern ein neues „Amtsenthebungsverfahren“ oder die sofortige Absetzung nach Artikel 25 der Verfassung. Zwei Kabinettsmitglieder und mehrere Berater traten zurück. Ein Polizist am Kapitol, Brian Sicknick, erlag in der Nacht auf Freitag seinen Verletzungen.

Und das US-Justizministerium will nicht ausschließen, dass Trump selbst wegen der Aufhetzung angeklagt werden könnte.

Erwartet wird jetzt, dass er sich selbst begnadigt. 

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