Amokfalle-USA: Warum Amerika das Morden nicht stoppen kann


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Das Gesicht weggeschossen am Supermarkt-Regal, Kinderkörper von Kugeln durchsiebt im Klassenzimmer, der Tod im Flur eines Krankenhauses.

Buffalo, Uvalde. Und jetzt Tulsa.

In Buffalo massakrierte ein Rassist Schwarze, in Uvalde in Psychopath Schulkinder, in Tulsa ein Amokläufer Patienten. 10 Tote, 21 Tote, 4 Tote. Und das in gut zwei Wochen.

Massenschießereien waren stets eine „Trademark“ der USA. Doch die letzten Tage schienen selbst den abgebrühten Amis zu viel. Wieder tobt die Waffendebatte – auch wenn jeder in dem Land mit fast 400 Millionen Schusswaffen längst weiß, dass sich nie etwas ändern wird. Die Supermacht ist unfähig, das tägliche Morden zu stoppen.

Die politischen Reflexe sind identisch nach jedem Blutbad: Händeringen bei den Demokraten und die Forderung nach strengeren Waffengesetzen.

Die Republikaner jedoch orten geistige Erkrankungen als angeblichen Hauptgrund für das Morden, verweisen auf das Verfassungsrecht auf Waffenbesitz und sehen die Bewaffnung von noch mehr Menschen als Antwort: Denn solche Bürger-Rambos könnten sich dann allerorten dem „Bösen“ entgegenstellen, wie es Ex-Präsident Donald Trump forderte.

Kurz: der Wilde Westen.

Klar ist aber auch: Es müssen so viele Menschen an Orten des täglichen Lebens sterben, damit bei der Waffenindustrie die Kasse klingelt. Es geht nur um die Profite! Die Hersteller „kaufen“ sich über mächtige Waffenlobbys wie die NRA Politiker ein, die dann jegliche Versuche zur Verschärfung der Gesetze torpedieren und mit hanebüchenen Argumenten so lange die Debatte verwässern, bis das gerade letzte Massaker vergessen ist.

So sterben in den USA mehr als 4.500 Kinder pro Jahr bei Schussvorfällen, mehr als im Straßenverkehr.

So bizarr es klingt: Nach dem Horror von Uvalde will Kanada die Waffengesetze verschärfen. Die USA? Weiter Fehlanzeige.

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