„Midterms“: Ist es der Anfang vom Ende von Donald Trump?


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Es kommt anders als man glaubt. Nur das scheint fix in der US-Politik. Präsident Joe Biden hatte laut Umfragen bei den Zwischenwahlen für den Kongress ein deftige Wahlklatsche befürchtet. Die Republikaner hofften auf eine „rote Welle“, gar einen „roten Tsunami“, einer wuchtigen „Wahlwelle“, die sie an die Macht im Kongress spülen hätte sollen.

Es kam anders, selbst am Tag nach dem Mega-Wahltag waren die Machtverhältnisse im künftigen Kongress noch ungeklärt: 

Die Liberalen haben beste Chancen, im Senat die Kontrolle zu behalten. Ausgezählt wurden noch Stimmen in Wahlthrillern in Nevada und Arizona. In Georgia dürfte es am 6. Dezember eine Stichwahl geben zwischen dem Prediger Raphael Warnock und Ex-Football-Star Herschel Walker. Die könnte entscheiden, wer den Senat anführt. 

Im Repräsentantenhaus gab es statt der fast fix erwarteten Machtübernahme der Republikaner zunächst nur Hochrechnungen. NBC prognostizierte ein hauchdünne Mehrheit von 220 zu 215 Sitze. Angesichts der knappen Ergebnisses ist es aber auch möglich, dass Nancy Pelosi „Speakerin“ bleiben könnte.

Biden hat die Wahlnacht mit einem blauen Auge überstanden: Er wurde gerettet durch eine Wutwelle bei Frauen nach der brachialen Einschränkung der Abtreibungsrechte durch das ultrakonservative US-Höchstgericht. In „Exit Polls“ wurde „Abtreibung“ überraschend zum Top-Thema Nr. 2, gleich hinter der Inflation.

Geholfen hat auch der Einsatz der Demokraten-Wunderwaffe Barack Obama im Wahlkampffinale. 

Für Trump hingegen war es eine miese Nacht: Er wollte sich den erhofften Republikaner-Triumph an die Fahnen heften und den Schwung für sein Polit-Comeback mitnehmen. Nächsten Dienstag will er das Antreten für die Präsidentschaftswahlen 2024 offiziell machen.

Es kam auch hier anders. Trump wollte die Resultate zuerst schönreden, dann sprach er gleich wieder vom „Wahlschwindel“. Er könnte leicht zu Sündenbock werden, denn viele der von ihm unterstützen Kandidaten scheiterten.

Trump wird nun auch innerhalb der Republikaner angreifbar.

Besonders von Florida-Gouverneur Ron DeSantis: Der wurde zum größten Republikaner-Sieger des Wahlganges, als er bei seiner überwältigenden Wiederwahl die Demokraten selbst in der liberalen Hochburg Miami weit hinter sich ließ.

Die Schlacht um 2024 hat begonnen: Zwischen Trump und Rivalen DeSantis könnten schon bald die Fetzen fliegen. 

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