Geschichtsträchtiger Gerichtstag für Trump: Anklage wegen 34 Verbrechen


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Der Ex-Präsident war Montag mit seinem Kampagnenflieger „Trump Force One“ in New York gelandet.

Nach einer Fahrt im Autokonvoi traf er bei seiner alten Heimatadresse ein, dem Trump Tower. Vor dem Hochhaus drängten sich Sicherheitskräfte, Anhänger wie Gegner des Republikaners – inmitten der gewohnten Menschenmassen in Midtown Manhattan. Trump zog sich zu letzten Beratungen mit seinem Anwaltsteam zusammen.

Da gab es in letzter Sekunde Verstärkung: Er heuerte den New Yorker Eliteanwalt Todd Blanche an. Es ist ein Indiz, dass Trump die Justiz nun doch todernst nimmt. Immerhin: Trump wird laut einem „Leak“ wegen 34 VERBRECHENSPUNKTEN angeklagt werden – bisher war nur von Vergehen und EINEM Verbrechenspunkt die Rede.

Es drohen ihm im Fall einer Verurteilung bis zu vier Jahre Haft.

Er könnte sogar im gefürchteten Schwerverbrecher-Knast „Rikers Island“ landen. Am Abstellgleis hingegen landete der bisherige Top-Jurist Joe Tacopina, ein Anwalt wie aus einem Mafiafilm. Trump innerster Kreis fiel über ihn her, nannte ihn „einen dummen Prahler“

Trump muss durch die Mühlen der Justiz: Nach der Fahrt entlang einer von Sicherheitskräften gesicherten, sieben Kilometer langen Route vom Trump Tower zum „New York County Criminal Court“ muss sich Trump den Behörden stellen: Über ein elektrisches Display werden ihm die Fingerabdrücke abgenommen, sowie Speichelproben für die Kripo-Datenbank. Es soll keine Handschellen und auch keine Mugshot geben.

Die Vorführung vor dem Richter ist für 14:15 Uhr Ortszeit angesetzt, es dürfte ein kurzer Auftritt im Gerichtssaal werden: Trump wird auf „nicht schuldig“ plädieren, so seine Anwälte. Nach der Entlassung hatte er die Rückkehr in sein Florida-Ressort Mar-a-Lago angekündigt – für eine „Rede an die Nation“ zur TV-Primetime.

Politisch wirkt das Justizdrama bislang wie Raketentreibstoff: Sieben Millionen Dollar an Spendengeldern flossen in die Wahlkampfkasse. In einer Umfrage liegt Trump jetzt mit 57 zu 31 Prozent vor seinem gefährlichsten Republikaner-Rivalen Ron DeSantis.

Differenzierter ist das Bild für die eigentlichen Präsidentschaftswahlen: Wie die meisten Amerikaner insgesamt sind auch die oft wahlentscheidenden Wechselwähler der Ansicht, dass die Anklage „gerechtfertigt“ ist. Hier fällt Trumps Kampfrhetorik, er wäre das Opfer einer radikalen Polit-Justiz, kaum auf fruchtbaren Boden.

Zur Herkules-Aufgabe wird auch die Arbeit seines Rechtsteams: Sie müssen den oft jähzornigen Trump im Zaum halten. Er hatte bisher nicht nur den Staatsanwalt angepöbelt, sondern auch den Richter.

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