Kampf der KI-Riesen: Googles „Bard“ expandiert und will „ChatGPT“ einholen


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Es ist ein Duell der Giganten – und es geht um die Zukunft des derzeit heißesten Tech-Trends, die „Künstliche Intelligenz“ (KI). Der Senkrechtstarter „Chat GPT“, der mit mehr als 100 Millionen App-Downloads binnen Monaten die Welt eroberte, erhält starke Konkurrenz. Jetzt startete in Europa Googles „Bard“ – die wichtigste Alternative zum Platzhirschen ChatGPT.

Es wird ein knallhartes Duell erwartet – obwohl es eigentlich einem Kampf zwischen David und Goliath gleicht: ChatGPT, entwickelt vom einem zunächst kaum bekannten Start-up namens OpenAI, gelang die Entwicklung des ersten massentauglichen KI-Produkts. Die Giganten des „Silicon Valley“ erkannten schockiert, dass sie den Mega-Trend verschlafen haben. Google konterte dann im März (zunächst in den USA).

Und Bard hat – trotz des Riesenerfolges von ChatGPT – einige Vorteile, so Nutzer und Experten: Die Datenbanken, aus denen Antworten und Schreibvorlagen generiert werden, sind praktisch in Echtzeit – beim Konkurrenzprodukt jedoch nur bis 2021 aktuell. Alle Bard-Versionen sind gratis und der KI-Bot kann auch sprechen. Und das in 40 Sprachen. Die Website „Zapier“ urteilte, dass Bard insgesamt Nutzer-freundlicher sei.

Das jüngste Duell der Chat-Bots illustriert auch die gegenwärtige Investitionswelle in alles KI: Praktisch jeder Firma oder Start-ups werden für neue Produkte und Ideen in diesem Segment Milliarden nachgeworfen. Skeptiker sprechen bereits von einer neuen Spekulationsblase ähnlich dem „Dot-Com“-Boom der Neunziger. Und Warnungen werden lauter, dass sich die gehypten KI-Systeme verselbstständigen – und sich gegen ihre Schöpfer wenden könnten. Man stellt sich „Terminator“ vor. „Ich denke, wir sind nicht vorbereitet, wir wissen nicht, was wir tun – und ich glaube, wir werden alle sterben“, warnte der bekannte KI-Theoretiker Eliezer Yudkowsk.

Gegen die Technologie gibt es auch ein wachsendes politisches und regulatorisches Sperrfeuer: Innerhalb der EU gab es Kritik, wie der Datenschutz bei Sammeln der Bard-Daten geschützt werden könne. In den USA läuft diesbezüglich sogar bereits eine Sammelklage gegen den Google-Mutterkonzern Alphabet. OpenAI muss sich Ermittlungen der US-Kartellbehörde FTC wegen der möglichen Gefährdung menschlicher Reputationen stellen.

Einen Zick-Zack-Kurs durch die stürmische Anfangszeit der Boombranche liefert Tech-Schwergewicht Elon Musk: Er war Mitbegründer von OpenAI. Dann beklagte er, dass ChatGPT „zu liberal“ sei und KI generell die Menschheit bedrohe. Und jetzt? Diese Woche gab Musk die Gründung eines eigenen KI-Unternehmens namens xAI bekannt. Er heuerte Koryphäen von OpenAI und Google. Klar ist, dass der rechte Mann der Erde (242,8 Mrd. Vermögen) natürlich auch bei diesem Technologie-Wettlauf dabei sein möchte…

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