Schicksalswahljahr 2024: Erwartetes „Rückspiel“ zwischen Biden und Trump wird zur Zerreißprobe


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„Dystopische Diktatur!“ „Ungeziefer!“ Es sind elf Monate bis zur US-Präsidentschaftswahl, doch die Rhetorik wird täglich radikaler. Präsident Joe Biden warnt vor dem drohenden „Ende der US-Demokratie“, sollte ihn sein wahrscheinlicher Rivale Donald Trump im Oval Office ablösen.

Trump wiederum tönt, die Amerikaner würden „ihr Land verlieren“, sollte Biden „weitermurksen“. Alarmierend: Trump bedient sich beim Vokabular aus der Nazi-Zeit. Er spricht von der „finalen Schlacht“, beschimpft Gegner als „Ungeziefer“, lamentiert, dass Migranten Amerikas Blut „vergiften“.

Die USA gleichen im Schicksalswahljahr 2024 einem Pulverfass. Schrille Fragen hallen: Erlebt der mit 81 älteste US-Präsident jemals überhaupt den Wahltag? Oder landet Trump als Kandidat gar im Knast? Mitte des Monats beginnen jedenfalls in Iowa die US-Vorwahlen. Hier ermitteln in den kommenden Monaten beide Großparteien ihre 2024-Kandidaten. Für Biden gilt die Kür praktisch ohne Gegner als Formsache. Und Trump scheint sie mit einem Riesenvorsprung in den Umfragen (61 % der Parteibasis wollen ihn) kaum zu nehmen.

Selbst Aufsteigerin Nikki Haley, die als Zentristin zuletzt den Nerv der wichtigen Wechselwähler traf, wird Trumps Riesenvorsprung schwer aufholen können. Ein „Rückspiel“ zwischen Biden und Trump nach dem Wahlthriller 2020 gilt als wahrscheinlich – so sehr den meisten US-Wählern davor graut. Und in direkten Umfragen lag Trump zuletzt knapp vorn.

Biden ist angreifbar: Die während seiner Amtszeit hohe Inflation und das Versagen bei der Immigrationspolitik (im Dezember gab es mit 300.000 Grenzübertritten einen Rekord), aber auch seine altersbedingt oft gespenstischen Auftritte lassen ihn schwach aussehen.

Trump schlachtet das aus.

Doch Biden hofft: In 2020 gewann er als „Trump-Verhinderer“, die Taktik könnte wieder klappen. Zuletzt gab es auch gute Werte aus der Wirtschaft, die langsam die Bürger erreichen: Eine Rezession scheint abgewendet, das Inflationsmonster gezähmt – und an der Wall Street gibt es Kursfeuerwerke.

Auch könnte Trump in einem der vier kommenden Strafprozesse schuldig gesprochen werden.

Fest steht nur eines: Es wird ein Wahljahr wie kein anderes…

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