Nikki Haley kämpft weiter gegen Trump: Wird South Carolina ihr letztes Gefecht?


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Am kommenden Samstag finden in South Carolina, dem Heimatstaat der innerparteilichen Trump-Gegnerin Nikki Haley, die Vorwahlen statt.

Diese „Primaries“ sind Teil des Wahlprozesses, bei dem in allen Bundesstaaten die Präsidentschaftskandidaten beider Parteien bestimmt werden. Obwohl die offizielle Vorwahlen-Saison bis Juni dauert, schien das Duell der Republikaner dieses Mal bereits vor dem Beginn entschieden zu sein.

Trump gewann Iowa und New Hampshire mühelos, während Rivalen wie der Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, bereits das Handtuch warfen. Doch eine Person blieb standhaft – Nikki Haley.

Die ehemalige Gouverneurin von South Carolina und frühere Botschafterin der USA bei den Vereinten Nationen beteuert, dass sie immer noch Chancen hat. Sie reist unermüdlich durch Städte und Gemeinden, oft mit harten Angriffen gegen den Favoriten ihrer Partei. Zuletzt kritisierte sie vor allem Trumps skandalöse NATO-Kommentare, seine Weigerung, den Kreml-Despoten Wladimir Putin nach dem Tod des Dissidenten Alexei Nawalny zu verurteilen, sowie sein Alter.

Trotzdem, im Durchschnitt der Umfragen liegt Trump in South Carolina vor dem Wahltag um 30 Prozentpunkte vorn, und Haleys Siegchancen sind gleich null.

Dennoch plant sie weiterzumachen – zunächst in Michigan am kommenden Dienstag und dann in einem Dutzend weiterer US-Staaten am „Super Tuesday“ (5. März). Ein Argument für ihre Fortsetzung des Wahlkampfs wird durch Umfragedaten gestützt: Haley hätte deutlich bessere Chancen, Präsident Joe Biden im Kampf um das Oval Office zu schlagen. In Umfragen führt sie Biden um bis zu 13 Prozentpunkte, während Trump mit ihm gleichauf liegt.

Trotzdem ist Trump innerhalb der Republikanischen Partei aufgrund seiner treuen MAGA-Anhängerschaft praktisch unschlagbar. Daher schütteln viele politische Beobachter den Kopf über Haleys Wahlkampf: Einige bewundern ihre Ausdauer, aber viele sehen darin eher einen aussichtslosen Kampf. Sie hat auch alle Chancen verspielt, in Zukunft an der Seite von Trump eine Rolle zu spielen. Zunächst wurde sie sogar als mögliche Vizepräsidentschaftskandidatin gehandelt.

Haley scheint das jedoch nicht zu stören: Sie erklärt, dass sie für das Land und seine Bürger kämpft, auch bei Veranstaltungen mit geringer Besucherzahl. Trump hatte zuerst energisch gegen sie gekämpft, sogar mit privaten Angriffen gegen Haleys Ehemann. Seine Anhänger starteten xenophobe Hasskampagnen.

Jetzt hat der Ex-Präsident jedoch seine Meinung geändert: Es ist ihm „herzlich egal“, ob sie weitermacht oder nicht…

Sie zu ignorieren, scheint für ihn die beste Taktik zu sein.

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