„Super Tuesday“ wird zum Nebenschauplatz: Das Rückspiel Biden vs. Trump steht praktisch fest


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Der bevorstehende „Super Tuesday“ markiert traditionell den ersten bedeutenden Schritt in jedem Präsidentschaftswahljahr mit Vorwahlen in 15 US-Bundesstaaten.

Doch dieses Jahr scheint die Aufregung gedämpft zu sein. Bei den Demokraten hat Joe Biden praktisch keine ernsthafte Konkurrenz als Präsidentschaftskandidat. Und Donald Trump besiegte seine parteiinternen Rivalen bereits in den ersten fünf Bundesstaaten mit überwältigenden Siegen (übrig ist nur noch Nikki Haley übrig, die hartnäckig weitermacht, zumindest vorerst).

Es ist durchaus möglich, dass Trump bis Mitte März genügend Delegiertenstimmen sammelt, um offiziell als Präsidentschaftskandidat der Republikanischen Partei festzustehen.

Die meisten Amerikaner sind sich bewusst: Es wird zu einer Neuauflage des Duells Biden gegen Trump kommen. Viele fürchten sich davor, da es wie ein endloses politisches Déjà-vu erscheint. Euphorie ist kaum spürbar.

Biden versucht, seine Amtszeit als Erfolg zu verkaufen, und er hat einige Argumente dafür:

  • Die Wirtschaft boomt, die Wall Street jubiliert, und die Inflation bleibt im Zaum.
  • Darüber hinaus ist die USA zum größten Energieerzeuger der Welt aufgestiegen.

Allerdings hält Biden als der bisher älteste US-Präsident hartnäckig an seiner Wiederwahl fest, obwohl mehr als 80 Prozent der Wähler ihn aufgrund seiner ständigen Fehler, Stürze und Aussetzer für zu alt halten. Auch wirkt er inmitten einer instabilen Welt wenig entschlossen. „Es ist beunruhigend, wenn jemand den Eindruck erweckt, ständig von den Ereignissen überholt zu werden“, sagt der ehemalige Obama-Redenschreiber Jon Favreau.

Biden liegt derzeit in den Umfragen zurück, sowohl national als auch in sieben der wichtigsten „Swing States“.

Trump hatte einen spektakulären Start in das Schicksalswahljahr 2024: Er hat seine innerparteilichen Gegner schnell ausgeschaltet. Auch vor Gericht, wo gegen den ehemaligen Präsidenten vier Strafverfahren laufen, hat er zuletzt Erfolge verbucht, auch mit der Unterstützung des Obersten Gerichtshofs:

  • Die Höchstrichter werden zuerst überprüfen, ob Trump als damaliger Präsident immun gegenüber strafrechtlicher Verfolgung ist, was den Prozess mindestens bis zum Sommer, wahrscheinlich sogar über die Wahlen hinaus verzögert.
  • Verzögerungen werden auch in den Prozessen in Florida (Geheimakten) und Georgia (Wahlmanipulation) erwartet, während der New Yorker Schweigegeld-Prozess (bezüglich Stormy Daniels) für den 25. März angesetzt ist, jedoch von Experten als schwächster Fall angesehen wird.

Trumps Taktik ist klar: Er will ins Weiße Haus zurückkehren, auch um potenzielle Verfahren gegen sich selbst zu unterbinden. Bei den beiden Bundesverfahren könnte er als Präsident das Justizministerium entsprechend beeinflussen.

Trotz seines fortgeschrittenen Alters hat Biden immer noch politisches Geschick und wird von vielen als Trumps Angstgegner angesehen, da er ihn 2020 sogar während eines Covid-bedingten „Untergrundwahlkampfs“ aus seinem Keller heraus besiegt hat.

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