Seine Widersacher machten ihn bloß stärker: Jetzt grinst Trump breiter denn je


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Die Domino-Steine fallen, alle in Richtung Donald Trump.

Kaum ein Tag vergeht ohne positive Nachrichten für den einstigen Präsidenten. Die Aussicht, dass er bei den Wahlen 2024 als 47. Präsident zurückkehren könnte, scheint greifbar nah. Ein triumphales Comeback für den kontroversen Republikaner, das nur wenige in diesem Ausmaß erwartet hätten. Es ist eine ironische Wahrheit: Diejenigen, die Trump am meisten ablehnen, geben ihm oft die größte Stärke.

Zurückblickend schien nach den Ereignissen vom 6. Januar die Trump-Story zu Ende zu sein. Er wurde als Anstifter des Aufruhrs angesehen und schien politisch erledigt zu sein. Seine eigene Partei hätte ihn mit einem zweiten Amtsenthebungsverfahren offiziell verurteilen können, was ein politisches Berufsverbot gebracht hätte. Doch sie zögerten…

Doch dann kam der Herbst 2022: Trump vermasselte die Kongresswahlen für die Republikaner, indem er persönlich eine Reihe von Kandidaten auswählte, die verloren. Als er seine erneute Kandidatur im Mar-a-Lago verkündete, wurde er größtenteils abgeschrieben. Er schien erschöpft, seine „Make America Great Again“-Rhetorik wie eine Endlosschleife. Insgesamt: Ein Relikt vergangener Tage. Und mit dem jungen, gerade wiedergewählten Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, schien ein neuer Erbe bereitzustehen.

Doch alle hatten die Rechnung ohne Trumps loyale Anhängerschaft gemacht. Die MAGA-Bewegung hielt ihm eisern die Treue, betrachtete jede Kritik an Trump als Verrat und ermöglichte letztendlich seine jetzige Erfolgsserie zu Beginn der republikanischen Vorwahlen. Es war ein schwieriger Balanceakt für seine Gegner: Jede Kritik an Trump führte zu Widerstand. Nachahmer wie Vivek Ramaswamy konnten nicht erklären, warum die Parteigänger nicht gleich das „Original“ wählen sollten. Trump war eben Trump.

Bald blieb nur noch Nikki Haley als Gegenkandidatin übrig, aber wie die „New York Post“ spöttelte, kandidierte sie offenbar für eine Partei, die es nicht mehr gibt…

Und dann die Fehler der Trump-Gegner: Vier strafrechtliche Anklagen wurden gegen den ehemaligen Präsidenten erhoben, insgesamt 91 Verbrechen. Die Höchststrafe: 700 Jahre Gefängnis. Es schien, als würde er eher im Gefängnis als im Oval Office landen. Doch Trumps Taktik des Verzögerns und Verschleierns scheint auch hier zu funktionieren. Das Oberste Gericht hat dem Sonderermittler Jack Smith in seinem wichtigsten Verfahren (6. Januar) einen Rückschlag erteilt: Zuerst muss über Trumps mögliche Immunität als Präsident entschieden werden. Der Prozess wird, wenn überhaupt, erst nach den Wahlen beginnen.

Auch der Beginn des zweiten Bundesprozesses im Geheimdienst-Skandal steht auf der Kippe. Sollte Trump wieder Präsident werden, könnte er beide Verfahren einstellen lassen. In der Georgia-Causa (Wahlmanipulation) steht derzeit eher die Anklägerin am Pranger – wegen einer Sexaffäre mit einem ihrer Sonderermittler.

Der gesamte Prozess ist gefährdet. Zwar muss sich Trump ab dem 25. März vor Gericht in New York verantworten, aber diese Anklage wegen Schweigegeldzahlungen an die frühere Geliebte Stormy Daniels gilt als schwächste Anklage des juristischen Angriffs. Rückblickend wurde beobachtet, dass Trump sich bei den Anklageverlesungen (sogar mit einem „Mug Shot“) wortgewaltig als Opfer von Bidens „Polit-Justiz“ darstellte, wie er es nannte. Prompt stiegen seine Umfragewerte wieder, seine Basis schloss sich wieder zusammen.

Ähnlich war zu beobachten mit dem praktisch aussichtslosen Versuch, Trump als „Aufständischen“ von den Wahlen auszuschließen, wie es demokratische Hochburgen wie Colorado, Maine und Illinois versucht haben. Der Oberste Gerichtshof wies dies mit einem 9:0-Urteil zurück. Ein weiterer Sieg für Trump.

In ihrer Anti-Trump-Hysterie hatten die Demokraten auch übersehen, dass sie mit dem 81-jährigen Biden einen viel zu gebrechlichen, greisen Mann ins Rennen schicken.

All das hat zu der jüngsten Wende geführt. Jetzt steht es: Vorteil Trump.

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