Joe Biden beruhigt nervöse Demokraten mit Angriffskurs auf Trump bei Ruckrede im Kongress


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US-Präsident Joe Biden hat politischen Puls – das demonstrierte er mit einer donnernden Ruck-Rede zur Lage der Nation („State of the Union“) vor beiden Kammern des Kongresses. Vor allem lieferte er einen Frontalangriff auf Wahlkampfrivalen Donald Trump. Es war ein fulminanter Start in die Schlacht ums Weiße Haus (Wahlen: 5. 11.).

13 Mal wütete Biden gegen seinen „Vorgänger“, wie er Trump nie direkt beim Namen nannte: „Du kannst dein Land nicht nur lieben, wenn du gewinnst“, spielte er auf die Kongress-Unruhen des Trump-Mobs am 6. Jänner 2021 an. Die Demokratie sei in Gefahr „zu Hause wie in Übersee“, tönte er – und kritisierte die von Trump dirigierte Blockade an Militär-Milliarden an die Ukraine. Trump stünde da auf der falschen Seite der Geschichte.

Biden begegnete Sorgen über sein Alter und greise Aussetzer mit Humor: „Ich sehe vielleicht nicht so aus, aber ich bin schon eine Weile hier“, scherzte er. Der Demokrat lieferte einen positiven Ausblick auf Amerikas Zukunft, auch ein Kontrast zu Trumps düsterem Lamentieren. Biden nannte als Amerikas Grundwerte „Ehrlichkeit, Anstand, Würde, Gleichheit“. Trump hingegen suche „Ressentiments, Rache und Vergeltung“.

Sonst pries der Präsident Errungenschaften seiner Amtszeit, das Comeback der US-Wirtschaft seit Covid, Investitionen in Infrastruktur und Klimaschutz, die Gleichstellung von Minderheiten. Populistisch forderte er höhere Steuern für Unternehmer und Milliardäre (25 % für letztere). Bei Bidens größter Achillesferse, dem Chaos an der Grenze, ortete er als wahre Schuldige die Republikaner, die jüngst einen Vorstoß im Kongress blockierten. Hier ging es im Saal am hitzigsten zu.

Die zuletzt wegen Bidens Seniorenstil besorgten Demokraten konnten nach der 68 Minuten langen kämpferischen Rede vorerst aufatmen. Ob er damit das Steuer herumreißen konnte, bleibt abzuwarten. In aktuellen Umfragen liegt er knapp hinter Trump.

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