Verlorener Reifen, Sturzflug und ein Suizid: Protokoll einer Horrorwoche für Boeing


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Beim Flugzeughersteller Boeing setzt sich die Serie von Unglücksfällen fort – eine wahre Horrorwoche lässt sich bereits rekonstruieren. Allein bei der Fluglinie „United Airlines“ ereigneten sich innerhalb weniger als einer Woche vier Zwischenfälle.

Am Montag gab es den jüngsten Vorfall: Eine Boeing 777-300 hob von Sydney (Australien) Richtung San Francisco ab, musste jedoch aufgrund eines Hydraulikflüssigkeitslecks schnell umkehren. Das Flugzeug mit 183 Passagieren und Crew landete sicher.

Dies war nur der neueste Vorfall in einer unheimlichen Reihe von Pannen: Am 4. März musste eine Boeing 737 in Texas notlanden, als Flammen aus einem der Triebwerke schossen. Amateurvideos des feurigen Zwischenfalls schockierten.

Drei Tage später verlor ein 777-Jumbojet nach dem Start in San Francisco (Ziel: Kyoto, Japan) einen Reifen, der auf den Flughafenparkplatz stürzte und Fahrzeuge beschädigte. Das Flugzeug musste in Los Angeles notlanden.

Am darauf folgenden Tag rutschte eine Boeing 737 MAX 8 nach der Landung in Houston (Texas) am George Bush Intercontinental Airport von der Landebahn. Glücklicherweise gab es unter den 160 Fluggästen und Mitarbeitern von United keine Verletzten.

Eine andere Fluggesellschaft erlebte noch dramatischere Probleme mit einer Boeing-Maschine: Ein 787-Dreamliner der chilenischen Linie LATAM geriet auf dem Flug von Sydney nach Auckland (Neuseeland) in einen Sturzflug. Passagiere wurden gegen die Decke geschleudert, und es gab 50 Verletzte.

Mitten in diesen beinahe täglichen Dramen ereignete sich auch der mysteriöse Selbstmord des bekannten Boeing-Whistleblowers, John Barnett. Er hatte einst Missstände bei der Flugzeugproduktion aufgedeckt und befand sich in einem Rechtsstreit mit dem Luftfahrt-Giganten. Seine Anwälte zweifelten jedoch an, ob es wirklich Selbstmord war. Sie wiesen darauf hin, dass es keine Anzeichen dafür gab und er sich auf das baldige Ende des Verfahrens freute.

Es kam außerdem ans Licht, dass Überwachungskamera-Aufnahmen während der Arbeiten an einer Boeing 737 Max 9 der Fluglinie Alaska Airlines, bei der während des Fluges das gesamte Türsegment weggerissen wurde, gelöscht wurden. Verdächtigungen eines Vertuschungsversuchs stehen im Raum.

Boeing steuert fast täglich tiefer in die schwerste Krise seiner Geschichte. Die Aktienkurse sind in den letzten drei Wochen um zehn Prozent gefallen.

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