,Truth‘ macht um Milliarden Trump reich: Anleger investieren aber eher in seinen Wahlsieg


Print Friendly, PDF & Email

Wäre er nicht 77 Jahre alt, könnte man ihn als „Comeback Kid“ bezeichnen.

Rückblick, letzte Woche: Wegen der Deadline zur Hinterlegung einer Strafe von 464 Millionen Dollar nach einem Betrugsprozess stand Donald Trump knapp vor dem Ruin. Und jetzt? Der republikanische Präsidentschaftskandidat wurde an einer anderen Front um fast fünf Milliarden Dollar reicher. 

Die Eigentümerfirma der Sozialmedien-Plattform „Truth Social“, Trump Media & Technology Group, wurde an die Börse gebracht. Es folgte unter dem Ticker-Symbol DJT (Donald John Trump) ein Kursfeuerwerk an der Tech-Börse Nasdaq. Der Wert der Firma schwoll binnen Tagen auf rund acht Milliarden Dollar an, mehr als die New York Times. Bei Trump klingelt die Kasse auch persönlich: Er ist Besitzer von fast 60 Prozent der Wertpapiere. Der Fast-Pleitier der Vorwoche wurde also um rund fünf Milliarden Dollar reicher. „Bloomberg“ führt den Ex-Präsidenten nun mit 6,5 Milliarden Dollar Vermögen. 

Bisher ist es freilich Papiergeld, da er wegen einer Sperrfrist die nächsten sechs Monate keine Aktien verkaufen darf. 

Aber: Es wäre nicht Trump, wenn es nicht auch einen brisanten politischen Aspekt gäbe. Denn der Wert von „Trump Media“ wirkt höchst spekulativ: Der Aktienpreis liegt um den Faktor 2000 über den wirklichen Einnahmen.

 Tatsächlich: Truth Social erwirtschaftete in den ersten neun Monaten des Vorjahres bloß Einnahmen von drei Millionen Dollar. Nur fünf Millionen aktive Nutzer wurden gemeldet. Angesichts der Geschäftsdaten sei das „keine erfolgreiche Firma“, so ein Experte.

Mit Trump als Hauptaktionär wird spekuliert, dass Anleger hier eher in eine neue Trump-Präsidentschaft investieren, mit allen künftigen Interessenkonflikten: Für ausländische Investoren sei es das „perfekte Vehikel“, indirekt einen Fuß im Oval Office zu haben, so Experten. Ähnliche Kritik gab es bereits bei Trumps erster Präsidentschaft wegen seiner Immobilienfirma, als Staatsgäste im Trump-Hotel in Washington abstiegen. Politisch geschadet hat es ihm aber nie.

Previous 3/28: Trump vs. Richter
Next Diese Optik ging am Trump...