Justizdrama um Trump zieht sich in die Länge: Schluss-Plädoyers erst nach dem „Memorial Day“


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Der New Yorker Strafprozess gegen Donald Trump wegen angeblicher Schweigegeld-Zahlungen in Höhe von 130.000 Dollar an Pornostar Stormy Daniels zur Beeinflussung des Wahlkampfes 2016 nähert sich dem Ende.

Am Montag trat Trumps ehemaliger „Fixer“ Michael Cohen als letzter Zeuge der Anklage auf. Die Verteidigung plante, maximal einen Zeugen zu befragen. Richter Juan Merchan hatte ursprünglich damit gerechnet, die Schlussplädoyers bereits an diesem Dienstag zu hören, musste dies jedoch um eine Woche verschieben. Danach könnten die Beratungen der Jury über das Urteil beginnen.

Die Anklage präsentierte den komplexen Fall mit 34 Anklagepunkten und 19 Zeugen. Besondere Aufmerksamkeit erregte dabei die detailreiche „Sexbeichte“ von Stormy Daniels, die behauptet, 2006 Sex mit Trump gehabt zu haben. Im Zentrum der Anklage stand jedoch Michael Cohen. Er sollte die zwölf Geschworenen (sieben Männer, fünf Frauen) davon überzeugen:

  • Dass Trump bei der Vertuschung der Rückzahlung der von Cohen vorgestreckten 130.000 Dollar Schweigegeld an Stormy Daniels Geschäftsunterlagen gefälscht hat.
  • Dass Trump durch das Vertuschen früherer Sexaffären die Wahlen vor acht Jahren manipuliert haben soll.

Trumps Verteidiger versuchten daher, Cohens Glaubwürdigkeit in einem intensiven Kreuzverhör zu erschüttern. Dabei gelang es ihnen einmal, als Cohen beim Lügen im Zeugenstand ertappt wurde.

Bei einer Verurteilung drohen Trump maximal vier Jahre Haft, wobei eher mit einer Bewährungsstrafe gerechnet wird. Politisch hat der historische Prozess dem Präsidentschaftskandidaten für 2024 bisher kaum geschadet, auch wenn er sich häufig über seine Anwesenheit im Gericht beschwert hat. Der Andrang vor dem Gerichtsgebäude nahm zuletzt dramatisch zu, wobei Profi-Schlangensteher bis zu 1800 Dollar verdienten.

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