Donald Trump in der Bronx: Jetzt will er auch noch New York „great“ machen


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Seit einem Jahrhundert hat kein Republikaner im New Yorker Stadtteil Bronx mehr gewonnen. Trotzdem entschied sich der republikanische Kandidat Donald Trump, seinen Wahlkampf in die Hochburg seines Rivalen, US-Präsident Joe Biden, zu tragen.

Einige Beobachter vermuten zudem einen praktischen Grund für den Veranstaltungsort: Er liegt in der Nähe des Gerichts, an dem Trump sich derzeit wegen des Schweigegeld-Prozesses verantworten muss.

Tausende Anhänger, darunter viele Afroamerikaner und jüdische Anwohner, versammelten sich. Hunderte weitere konnten wegen begrenzter Kapazitäten an den Checkpoints erst gegen Ende der mehr als einstündigen Rede das Gelände im „Corona Park“ betreten.

Trump widmete seine Rede seiner „geliebten Heimatstadt“ und erinnerte an den Aufstieg New Yorks von einem niederländischen Handelsposten im Jahr 1624 zur bedeutendsten Weltmetropole. Er beklagte jedoch den Niedergang der letzten Jahre, geprägt von Verbrechen und maroder Infrastruktur, die er als „wie in einem Drittweltland“ beschrieb. Er träumte sogar davon, New York gewinnen zu können, obwohl dies als unrealistisch gilt.

In seiner Rede hob Trump seine Erfolge in New York hervor, wie die Rettung der Eislaufbahn im Central Park und die Gestaltung eines öffentlichen Golfplatzes in der Bronx. Er betonte mehrmals die Härte des Lebens in New York und übertrug dies auf die Weltpolitik: „Du brauchst einen New Yorker, um die Probleme der Welt zu lösen!“ Er behauptete, dies in seiner ersten Amtszeit bereits bewiesen zu haben, obwohl er seinen Hauptwohnsitz 2021 offiziell nach Florida verlegte.

Seinen Rivalen Biden verspottete Trump erneut wegen seiner unsicheren Auftritte und bezeichnete ihn als „völlig inkompetenten Schwächling“, der nicht einmal wisse, „dass er noch am Leben ist“.

Die Rede wurde durch zahlreiche Anekdoten stellenweise langatmig. Die Menge geriet jedoch bei Trumps Leitthema, der Immigration, in Fahrt. Er versprach einen zügigen Mauerbau und die Deportation von Millionen illegalen Migranten. Zudem präsentierte er eine neue, abwegige These: Die Migranten seien junge Männer, die eine Armee bilden und das Land von innen erobern wollten. Sie sprächen Sprachen, „die keiner jemals gehört hat“, und Trump sprach wiederholt von einer „Invasion“. Ein Anhänger rief: „Amerika ist voll!“

Tatsächlich sind die Migrationszahlen unter Biden fast dreimal so hoch wie während Trumps erster Amtszeit. Metropolen wie New York geben Milliarden aus, um nicht dokumentierte Einwanderer unterzubringen und zu betreuen.

Insgesamt versprach Trump eine blühende Wirtschaft, von der alle profitieren sollten: Er kündigte das Ende der Inflation, niedrige Steuern und das Aus für Bidens Klimapolitik an. „Niemand mag Autos, mit denen man nicht weit fahren kann“, lästerte er über Elektrofahrzeuge. Stattdessen setzt er voll auf Öl: „Bohrt, Leute, bohrt!“ skandierte die Menge mit.

Einige Dutzend Gegendemonstranten standen auf einem Hügel, umgeben von Marihuanarauch, und wurden von einem Großaufgebot der New Yorker Polizei abgeschirmt.

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