Fiel an diesem Marathon-Dienstag die Vorentscheidung im Trump-Prozess?


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Zum ersten Mal während des sechswöchigen Verfahrens begleitete am Dienstag  Tiffany Trump (32) ihren Vater in den Gerichtssaal. Auch die Söhne Donald Jr. (46) und Eric (40), der bereits mehrfach vor Gericht war, sowie Schwiegertochter Lara Trump (41) waren anwesend, um moralische Unterstützung zu leisten. Jedoch blieb Ehefrau Melania (54) weiterhin abwesend, ebenso wie Tochter Ivanka (42), die zuletzt Distanz gewahrt hatte.

Trump betrat Gerichtssaal 1530 des New Yorker Strafgerichts mit entschlossenem Blick, das Kinn nach vorne und die Lippen fest zusammengepresst. Dieses Mal begleiteten ihn sogar zwei Gerichtspolizisten. Trumps Verteidigungsteam eröffnete die Schlussplädoyers mit Top-Anwalt Todd Blanche (49) am Rednerpult. Er begann mit einer klaren Botschaft: „Präsident Trump ist unschuldig. Er hat keine Straftaten begangen, und die Staatsanwaltschaft hat ihre Beweislast nicht erfüllt, Punkt.“

Blanche betonte, die Jury habe Besseres verdient als die Aussagen von fragwürdigen Zeugen wie Trumps Ex-Anwalt Michael Cohen (57) und Stormy Daniels’ Anwalt Keith Davidson, einem „Erpresser“. Wie erwartet, fokussierte Blanche auf Cohen: „Sie können den Angeklagten nicht aufgrund der Aussagen von Michael Cohen verurteilen!“ Er argumentierte, dass die Schecks und Buchhaltungseinträge zur Rückzahlung des Schweigegeldes an Stormy Daniels keinen strafbaren Tatbestand darstellten. Trump habe kaum etwas über die Details der Transaktionen gewusst, und es gebe keine Verschwörung zur Vertuschung krummer Geschäfte. Blanche betonte oft: „Michael Cohen hat Sie angelogen!“

Der Anwalt argumentierte weiter, dass die Bezeichnung „Anwaltskosten“ für die Zahlungen korrekt war, da Cohen als Trumps „persönlicher Anwalt“ einen bestehenden Vertrag hatte. Blanche führte aus, dass Trumps Söhne Eric und Donald Jr. um eine Genehmigung der Zahlungen gebeten wurden, was bei einem heimlichen Deal nicht der Fall gewesen wäre. Außerdem habe Trump als Präsident zu beschäftigt gewesen, um sich mit den Details der Zahlungen zu befassen.

Blanche wies darauf hin, dass die Schecks per FedEx ins Weiße Haus geschickt wurden und dass dies nichts Verdächtiges sei. Er schloss mit der Aussage, dass die Zahlungen als Anwaltskosten ausgewiesen wurden und dass Cohen im fraglichen Jahr weiterhin Aufgaben als Anwalt erfüllte. „All das bedeutet: Ende des Falls, nicht schuldig!“

Blanche nahm erneut Cohen ins Visier, der gelogen habe, als er behauptete, ein Treffen im Trump Tower sei zur Planung der Rückzahlung genutzt worden. Blanche betonte, es sei absurd zu glauben, dass Trump, der laut Anklage so knausrig sei, Cohen 420.000 Dollar für 130.000 Dollar Schweigegeld gezahlt habe. Es gebe auch keine Beweise für Steuervergehen oder gefälschte Geschäftsunterlagen mit betrügerischer Absicht. Blanche fragte: „Warum wurden die Zahlungen an die Steuerbehörde IRS gemeldet und warum twitterte Trump später sogar darüber?“

Die Anklage behauptet, dass Trump durch die Vertuschung der Schweigegeldzahlung an Stormy Daniels (45) die Wahl 2016 widerrechtlich beeinflusst und Geschäftsunterlagen gefälscht habe. Trumps Verteidigung argumentierte, dass es keine Beweise für diese Vorwürfe gebe und verurteilte Cohen als „größten Lügner aller Zeiten“. Blanche betonte, dass man niemanden aufgrund der Aussagen eines notorischen Lügners ins Gefängnis schicken könne.

Chefankläger Joshua Steinglass begann sein Schlussplädoyer mit der Behauptung, dass es sich um eine Verschwörung mit anschließender Vertuschung handele, die möglicherweise den Wahlsieg beeinflusst habe. Er verteidigte die Glaubwürdigkeit von Cohen und argumentierte, dass Trump ihn genau wegen jener „Qualitäten“ beschäftigt habe, die ihn jetzt belasten.

Steinglass behauptete, dass die „Catch und Kill“-Taktik von David Pecker (72) Wähler getäuscht und gegen Wahlkampfgesetze verstoßen habe. Am Ende des dramatischen Tages präsentierte die Anklage ihren Fall nochmals ausführlich. Die Jury musste über die Schuld oder Unschuld von Trump entscheiden.

Während der langen Plädoyers bewahrte Trump eine interessierte Gelassenheit und zeigte Respekt, wenn die Geschworenen den Gerichtssaal betraten und verließen. Auf Truth Social fasste er seine Meinung zum Tag mit einem einzigen Wort zusammen: „BORING“. Steinglass präsentierte die Beweise detailliert und argumentierte, dass Cohen nach Trumps Einzug ins Weiße Haus keinen Vertrag mehr hatte und keine juristische Arbeit mehr für ihn verrichtete.

Am Ende des Tages lag die Entscheidung über Trumps Schicksal in den Händen der Jury.

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