The Days After: Geld hui, Umfragen pfui nach Trump-Schuldspruch


Former President Donald Trump appears at Manhattan criminal in New York, Friday, April 19, 2024. (Curtis Means/Pool Photo via AP)
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Selbst Tage nach dem ersten Schuldspruch gegen einen amerikanischen Ex-Präsidenten in einem Strafverfahren dauert das Polit-Beben in den USA an. Der designierte Republikaner-Kandidat für die diesjährigen Präsidentschaftswahlen (5. 11.) wurde bei dem umstrittenen New Yorker Schweigegeld-Prozess in 34 Verbrechenspunkten schuldig gesprochen (wegen der Fälschung von Geschäftsunterlagen nach einer Zahlung von 130.000 Dollar an eine angebliche Ex-Affäre, Pornostar Stormy Daniels). 

Verurteilung platzte in US-Wahlkampf

Der juristische Knalleffekt platzte mitten in das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Trump und Amtsinhaber Joe Biden. Für Trump ist es bisher eher eine gemischte Bilanz: 

► Er kann sich zum einen über einen Tsunami an Spendengeldern freuen: Seit Donnerstag soll seine Kampagne und die Republikaner-Partei 200 Millionen Dollar eingenommen haben. Das behauptet zumindest Sohn Eric Trump, dessen Frau Lara das Republikaner-Parteigremium „Republican National Committee“ (RNC) leitet. Mehr als 70 Millionen Dollar kamen dabei in kleineren Spenden von einfachen Bürgern, der Rest waren größere Beträge. Offenbar wollte Trumps MAGA-Basis („Make America Great Again“) auf Zuruf ihrem Idol unter die Arme greifen. Unbestritten ist: Die Sympathiewelle sorgte für einen einsamen Wahlspendenrekord. 

Hälfte der Amerikaner hält Urteil für „fair“

  Keine guten Nachrichten gibt es aber aus der Demoskopie: In drei Meinungsumfragen, die nach der „Schuldig-Orgie“ hergestellt wurden, ist ein politischer Rückschlag erkennbar. In einer Ipsos/Reuters-Umfrage liegt Trump jetzt knapp mit 39 zu 41 Prozent hinter Biden. Im Jänner stand es hier noch 43 zu 38 Prozent – für Trump. In einer Echelon-Insights-Erhebung ist Biden mit 49 zu 47 Prozent vorne. Laut einer Morning-Consult-Umfrage hat der Demokrat ebenfalls knapp die Nase vorne. Und auch ein Alarmsignal: 49 Prozent der letztendlich wahlentscheidenden Wechselwähler sind der Ansicht, Trump solle wegen der Verurteilung seine Kandidatur aufgeben. Knapp mehr als die Hälfte der US-Bürger hält obendrein das Urteil für „fair“. 

Aufruf an Supreme Court

Trump selbst gab an, dass er bereit sei, auch ins Gefängnis zu gehen, wie er in einem Interview mit „Fox News“ erklärte. Er liebäugelt hier auch mit einer Rolle als Märtyrer. Während des Sensationsprozesses in New York hatte er sich einmal sogar mit der Bürgerrechtsikone Nelson Mandela verglichen.

In einer Art Verzweiflungsakt verlangte er gerade, dass das US-Höchstgericht („Supreme Court“) einschreiten sollte. Die Taktik ist verständlich: Trump hat während seiner Amtszeit drei der neun Richter ernannt. Aber: Die Chancen sind hier gering. Denn Trump wurde auf Bundesstaaten-Ebene verurteilt – die Höchstrichter entscheiden in Bundesprozessen… 

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