US-Wahlkampf immer brutaler: Schlammschlacht um Bidens Alter


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US-Präsident Joe Biden, 81, steht vor Herausforderungen in seiner Amtsführung, möchte aber dennoch weitermachen.

Sein Alter ist im Wahlkampf gegen Vorgänger Donald Trump zu einem zentralen Thema geworden, das von Trump und den Republikanern in der heftigen Auseinandersetzung ausgenutzt wird.

Jüngste Videos, die Biden in unvorteilhaften Momenten zeigen, sorgten für Aufregung: Beim G7-Gipfel in Italien entfernte er sich von der Gruppe, und bei einer Spenden-Gala in Los Angeles musste ihn Ex-Präsident Barack Obama von der Bühne begleiten. Das Weiße Haus wies die Vorwürfe zurück und bezeichnete die Videos als bösartig „manipuliert“.

Trotzdem wird es zunehmend schwerer, das Problem zu ignorieren: Biden wirkt gebrechlich, bewegt sich langsam und wirkt oft verloren. Sein Team betont, dass sein Rivale Trump nur dreieinhalb Jahre jünger ist, aber deutlich agiler erscheint.

Obwohl die Demokraten nach außen hin Einheit demonstrieren, rumort es intern. TV-Moderator Bill Maher warnte, dass Biden das Rennen verlieren könnte, wenn seine Verfassung weiter ignoriert wird. Die erste TV-Debatte gegen Trump am Donnerstag in Atlanta gilt als Bidens letzte Chance, Wähler und seine eigene Partei davon zu überzeugen, dass er fit für weitere vier Jahre ist und Trump besiegen kann.

Scheitert er bei diesem Auftritt, droht Panik in seiner Partei. Es gibt Gerüchte über mögliche „Putsch“-Pläne: Parteigrößen wie Obama und die Clintons könnten Biden zum Rücktritt drängen und beim Parteitag in Chicago (19. – 22. August) einen neuen Spitzenkandidaten aufstellen. Doch wer könnte das sein? Die beliebte Ex-First-Lady Michelle Obama hat eine Kandidatur ausgeschlossen. Jetzt wird der Gouverneur von Maryland, Wes Moore, der als „neuer Obama“ gehandelt wird, als möglicher Retter ins Spiel gebracht.

Trotz familiärer Rückschläge, wie der Verurteilung seines Sohnes Hunter im Waffenprozess und Tagebuch-Enthüllungen seiner Tochter Ashley über gemeinsame Duschen mit „Dad“ in ihrer Kindheit, schöpft Biden Hoffnung aus zuletzt positiveren Umfragen. Dennoch bleibt sein Wahlkampf eine Zitterpartie, begleitet von der ständigen Angst seiner Strategen vor weiteren „Uropa-Momenten“…

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