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Entsetzen und Trauer in den USA nach einem neuerlichen Massaker. Der Skandal: Wie kam der vorbestrafte Amokläufer an die Waffen?

Veteran Devin Patrick Kelley (26) hatte in einer winzigen Baptisten-Kirche im Texas-Nest Southerland Springs (600 Einwohner) 26 Menschen massakriert und 20 Opfer verletzt.

Das mögliche Motiv: Religions-Hass. Er verdammte Gläubige als „idiotisch“. Kelley, der am Land nahe von Austin lebte, landete früher ein Jahr hinter Gittern, nachdem er seine Frau und sein Kind verprügelt hatte. Er flog aus der „Air Force“, gab danach Kindern in einer anderen Baptisten-Kirche Bibelunterricht – doch wurde zum Kirchenhasser. Knapp vor dem Blutbad schrieb er auf Facebook zu einem Foto eines AR-15-Sturmgewehr: „Mein mieses Stück“.

Kelley parkte Sonntag an einer Tankstelle und schritt – mit Gesichtsmaske, Kampfmontur und kugelsicherer Weste – zum Kirchengebäude gegenüber. Zuerst schoss er durch die Fenster, leerte drei Magazine. Drinnen mordete er dann mit einer Pistole weiter, einige Opfer wurden aus nächster Nähe regelrecht hingerichtet. Einwohner Stephen Willeford schoss den Amokläufer an. Der Mann, der jetzt als Held gefeiert wird, sprang in den Pickup-Laster des Anrainers Johnnie Langendorff. Die Männer verfolgten den im Auto fliehenden Mörder, bis Kelley, offenbar verblutet, in den Straßengraben schlitterte.

Zurück blieb ein Ort der Tränen: In der winzigen Gemeinde kennt jeder jeden, fast zehn Prozent der Bevölkerung wurden Opfer des schlimmsten Massakers in Texas jemals: Das jüngste Opfer war fünf, das älteste 72. Bei einer ersten Trauerfeier stützten sich weinende Menschen gegenseitig. Acht Todesopfer kamen aus einer einzigen Familie, darunter eine schwangere Frau, drei ihrer Kinder, ihr Schwager und sein Kind. Der kaltblütige Killer jagte einem Buben (5) vier Kugeln in den Körper, er schwebt in Lebensgefahr.

Empörend die Reaktion von US-Präsident Trump: Das Massaker habe „nichts mit Waffen“ zu tun, sagte er, der Täter sei ein „Irrer“. Doch: Wie kam der Vorbestrafte an Waffen? Es kann sein, dass sein Name nicht in der FBI-Datenbank für Personenüberprüfungen eingetragen wurde…